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10.09.2025

Nikon ZR – Nikons erste dedizierte Videokamera

Zwischen Hybrid und Cine-Cam: Nikons Antwort für Filmschaffende

Autor: Florian Kunde

Nikon ZR - ein neues Kapitel für Nikon Videographen

Mit der ZR startet Nikon eine neue Ära: Die Kamera ist das erste Modell der Nikon Z Cinema Linie. Sie richtet sich gezielt an Filmschaffende, die mehr als eine fotolastige Hybridkamera brauchen, aber noch nicht in den Preisbereich ausgewachsener Cine-Cams einsteigen wollen. Damit schließt Nikon die Lücke zwischen den vielseitigen Z-Modellen und den Profi-Kameras von RED – und setzt zugleich ein klares Zeichen, wie ernst es dem Unternehmen mit dem Videomarkt ist.

Technische Daten der Nikon ZR

  • Sensor: BSI CMOS Vollformat (teilweise gestackt)
  • Prozessor: Expeed 7
  • Megapixel: 24,5 MP
  • Display: 4 Zoll, 3 Mio. Bildpunkte, 1000 Nits, DCI-P3, 16:10, klapp- und schwenkbar
  • Bildstabilisator: 5 Achsen Bildstabilisierung
  • Videoauflösung: 6K 60p, 4K 60p (ohne Crop), 4K RAW 120p (DX-Crop)
  • RAW-Formate: ProRes RAW, N-RAW, RED NE RAW (12 Bit)
  • Dual Base ISO: 800 und 6400
  • Audio: internes 32-Bit-Float
  • Anschlüsse: Micro-HDMI, USB-C, Mikrofon, Kopfhörer
  • Speicher: 1 x CFexpress, 1 x microSD
  • Maße: ca. 134 x 80,5 x 49 mm
  • Gewicht: ca. 630 g
Nikon ZR Front ansicht
Nikon ZR Rückseite ansicht
Nikon ZR Top ansicht
Nikon ZR Flip-Out ansicht

Ein Body, gemacht fürs Filmen

Schon beim ersten Blick fällt auf: Die ZR verzichtet bewusst auf Elemente, die vor allem für Fotografen wichtig sind. Einen Sucher oder den ausgeprägten Handgriff sucht man hier vergeblich. Das macht den Body deutlich kompakter und sorgt dafür, dass er sich problemlos in jedes Rig oder jeden Cage integrieren lässt.

Doch Nikon hat die Ergonomie so clever gestaltet, dass man in vielen Fällen gar kein zusätzliches Zubehör benötigt. Herzstück ist ein 4-Zoll-Monitor mit rund drei Millionen Bildpunkten, 1000 Nits Helligkeit und vollem DCI-P3-Farbraum. Das 16:10-Format erlaubt es, das eigentliche 16:9-Vorschaubild in voller Größe darzustellen, während wichtige Anzeigen wie Audiopegel oder Zeitcode darunter Platz finden – ohne das Bild zu verdecken. Und wer im Hochformat filmt, darf sich freuen: Die komplette Anzeige dreht sich automatisch mit. Selbst die gespeicherten Clips liegen direkt als Hochformat-Dateien vor, was die Kamera besonders für Social-Media-Produktionen interessant macht. Natürlich hat Nikon auch an ein Tally Light gedacht – so ist immer klar erkennbar, wenn die Kamera aufnimmt.

Nikon ZR Bedienelemente top

Moderne Anschlüsse und durchdachte Bedienung

Beim Thema Anschlüsse zeigt sich die ZR solide ausgestattet. Es gibt Ports für Mikrofon, Kopfhörer, USB-C und sogar einen digitalen Hotshoe, über den modernes Audio-Equipment angeschlossen werden kann. Einziger Wermutstropfen: Für die Videoausgabe steht nur ein Micro-HDMI-Port zur Verfügung. Das ist etwas überraschend bei einer Kamera, die sich klar an Videoprofis richtet.

Bei den Speicherkarten setzt Nikon auf Tempo: Unterstützt werden ausschließlich CFexpress und microSD. Klassische SD-Karten bleiben außen vor – ein klares Signal, dass man hier keine Kompromisse bei der Geschwindigkeit eingehen will.

Die Bedienung ist stark reduziert und auf das Wesentliche konzentriert. Auf der Rückseite finden sich lediglich ein Joystick und zwei Tasten für Menü und Wiedergabe. Dazu kommen drei frei belegbare Funktionstasten und ein Schalter zum schnellen Wechsel zwischen Foto- und Videomodus. Rund um den Auslöser sitzt eine Zoom-Wippe, mit der sich sowohl die Fokuslupe als auch Powerzoom-Objektive wie das Nikkor Z 28–135 mm f/4 steuern lassen.

Profi-Features dank RED-Technologie

Spannend wird es bei den inneren Werten. Nikon hat 2024 den renommierten Kino-Kamera-Hersteller RED übernommen – und das zeigt sich bei der ZR deutlich.

Als Sensor kommt derselbe schnelle, teilweise gestackte Sensor aus der Nikon Z6III zum Einsatz, der schon dort mit exzellenten Videoeigenschaften überzeugte. In der ZR wird er nun durch Technologien aus der RED-Welt ergänzt. Die Kamera beherrscht gleich drei interne RAW-Formate mit bis zu 12 Bit: ProRes RAW, Nikons eigenes N-RAW und das neue RED NE RAW. Damit lässt sich die ZR direkt in bestehende RED-Workflows integrieren – ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse.

Auch die Aufnahmeformate können sich sehen lassen: 6K und 4K All-Intra mit bis zu 60 fps ohne Crop sowie 4K RAW mit bis zu 120 fps (dann mit leichtem DX-Crop). Dazu kommt eine Dual-Base-ISO bei 800 und 6400, wodurch die Kamera sowohl im Studio als auch bei schwachem Licht zuverlässig arbeitet. Wer nicht aufwendige Nachbearbeitung betreiben möchte, kann RED-LUTs direkt in die Kamera laden und sofort mit einem fertigen Look arbeiten.

Audio auf neuem Niveau

Auch beim Ton setzt Nikon neue Maßstäbe. Die ZR ist die erste Nikon-Kamera, die intern in 32-Bit-Float aufzeichnen kann. Damit gehört Übersteuern der Vergangenheit an, da der Dynamikumfang im Nachhinein verlustfrei angepasst werden kann. Ergänzt wird das durch eingebaute Mikrofone mit einem Signal-Rausch-Abstand von 72 dB und der Möglichkeit, bis zu fünf verschiedene Richtcharakteristiken einzustellen. So liefert die Kamera selbst ohne externes Mikrofon einen erstaunlich guten Sound.


Noch mehr Eindrücke gefällig?

Wir konnten die neue Nikon ZR bereits in die Hand nehmen und ausprobieren. In diesem Video zeigen wir dir, was uns beim ersten Kontakt mit der Kamera sofort aufgefallen ist – und welche Features uns besonders überzeugt haben.


Nicht nur für Filmer interessant

So stark die ZR auf Video ausgelegt ist – Fotografen und Fotografinnen sollten sie nicht vorschnell abschreiben. Denn der eingesetzte Sensor ist derselbe wie in der Nikon Z6III. Das bedeutet: Wer möchte, kann mit der ZR auch Fotos in derselben Qualität aufnehmen wie mit dem bewährten Hybridmodell. In Kombination mit dem reduzierten, kompakten Body ergibt das eine durchaus attraktive Option für alle, die eine minimalistische Kamera suchen, die Video und Foto gleichermaßen beherrscht.

Nikon ZR Fazit zur neuen Videokamera

Fazit zur Nikon ZR

Die Nikon ZR ist nicht einfach nur eine weitere Kamera im Z-System. Sie ist Nikons klare Ansage an die Filmbranche: Wir meinen es ernst mit Video. Mit cleverem Body-Design, starkem Monitor, flexiblen RAW-Formaten, modernem Audio und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte sie für viele die spannendste Kamera des Jahres werden. Und wer möchte, bekommt obendrein eine vollwertige Fotokamera im reduzierten Gehäuse – ein spannendes Gesamtpaket und eine echte Kampfansage an die Mitbewerber.