Sony FE 16mm F1.8 G - Praxistest
Kompakt, lichtstark und vielseitig
Sony erweitert sein E-Mount-Lineup um eine neue Ultraweitwinkel-Festbrennweite, das FE 16mm F1.8 G. Damit schließt sich die Lücke zwischen dem extremen FE 14mm F1.8 GM und dem FE 20mm F1.8 G. Während das 14mm G-Master vielen zu groß, zu teuer und unpraktisch für Filtereinsätze ist, bietet das 20mm nicht immer genug Weitwinkel für beeindruckende Landschaftsaufnahmen oder dynamische Perspektiven. Mit 16mm liefert Sony nun eine goldene Mitte – lichtstark, kompakt und mit moderner Technologie für Foto- und Videoanwendungen gleichermaßen interessant.
Technische Daten des FE 16mm f1.8 G
- Bajonett: Sony FE
- Brennweitenbereich: 16 mm
- Blende: F1.8-22
- Blendenlamellen: 9
- Linsen/Gruppen: 15/12
- Autofokus: XD-Linear-Motor
- Abbildungsmaßstab: 0,23x b
- Naheinstellgrenze: 18 cm
- Filterdurchmesser: 67 mm
- Bildstabilisierung: nein
- Wetterschutz: ja
- Maße (Durchmesser x Länge): 73,8 x 75 mm
- Gewicht: 304 g
Zum YouTube Review des FE 16mm f1.8
In unserem neuen Yotube-Review stellen wir dir das Sony FE 16mm F1.8 und das Sony FE 400-800 F6,3 - F8 mm in der Praxis vor. Alex hat sich damit extra ins Naturschutzgebiet begeben, um sie für die vorgesehenen Einsatzzwecke zu testen. Ob ihm genug vor die Linse gekommen ist, siehst du im Video.
Gehäuse und Verarbeitung
Schon beim ersten Kontakt fällt auf, dass Sony das 16mm F1.8 G äußerst kompakt gehalten hat. Es ist mit gerade einmal 304 Gramm leichter als das FE 20mm F1.8 G und liegt hervorragend in der Hand. Mit 73,8 mm Durchmesser und 75 mm Länge bleibt es angenehm klein und passt problemlos in jede Fototasche. Das Design entspricht der aktuellen G-Serie: ein wetterfestes Gehäuse mit hochwertiger Verarbeitung, ein griffiger Fokusring sowie ein dedizierter Blendenring, der auf Wunsch auch stufenlos geschaltet werden kann.
Ein großer Pluspunkt ist die Möglichkeit, klassische Schraubfilter mit einem Durchmesser von 67mm zu nutzen – ein Vorteil gegenüber dem FE 14mm F1.8 GM, bei dem aufgrund der stark gewölbten Frontlinse keine Standardfilter möglich sind. Besonders für Landschafts- und Architekturfotografen, die häufig ND- oder Polarisationsfilter einsetzen, ist das ein bedeutender Vorteil.
Autofokus und Features
Sony setzt beim FE 16mm F1.8 G auf zwei XD-Linear-Motoren, die für eine schnelle und nahezu lautlose Fokussierung sorgen. In der Praxis zeigt sich der Autofokus als äußerst treffsicher, selbst bei Offenblende F1.8. Die Erkennung von Gesichtern und Augen funktioniert einwandfrei, sodass sich das Objektiv auch hervorragend für Vlogging oder Interviews eignet.
Ein besonderes Highlight ist die minimierte Focus Breathing-Thematik. Während das ältere FE 20mm F1.8 G noch mit einer sichtbaren Bildwinkelveränderung beim Fokussieren zu kämpfen hatte, hat Sony das Problem beim neuen 16mm G stark reduziert. Das macht sich besonders in Videoaufnahmen bemerkbar, wo plötzliche Fokuswechsel keine störenden Veränderungen im Bildausschnitt verursachen.
Darüber hinaus gibt es nützliche Bedienelemente wie eine frei belegbare Fokus-Haltetaste sowie einen AF/MF-Schalter für schnellen Wechsel zwischen automatischem und manuellem Fokussieren.
Bildqualität
Schon bei Offenblende überzeugt das FE 16mm F1.8 G mit einer exzellenten Schärfe bis in die Ecken. Sony hat die Verzerrung gut im Griff, was gerade für Architekturfotografie oder weitläufige Landschaftsaufnahmen entscheidend ist. Die Kombination aus zwei Advanced Aspherical-Elementen und drei ED-Glaselementen sorgt für eine effektive Korrektur von Abbildungsfehlern und chromatischen Aberrationen.
Besonders beeindruckend ist das Bokeh für ein Ultraweitwinkel-Objektiv. Natürlich erreicht es nicht die Freistellung eines 85mm F1.8, aber die Hintergrundunschärfe wirkt weich und angenehm, insbesondere bei Nahaufnahmen. Apropos Nahbereich: Mit einer Mindestfokussierdistanz von nur 18cm sind kreative Perspektiven mit betonten Vordergründen problemlos möglich.
Auch bei Gegenlicht hält sich das Objektiv hervorragend. Dank der speziellen Mehrfachvergütung werden Flares und Geisterbilder minimiert, wodurch der Kontrast auch bei schwierigen Lichtbedingungen erhalten bleibt.
Video
Für Videografen ist das FE 16mm F1.8 G eine äußerst interessante Wahl. Das geringe Gewicht macht es ideal für Gimbal-Aufnahmen, da sich das interne Fokussystem nicht auf die Balance auswirkt. Das minimierte Focus Breathing ist ein großer Fortschritt gegenüber dem FE 20mm F1.8 G, was für professionelle Videoaufnahmen ein echter Gewinn ist.
Die Kombination aus der hohen Lichtstärke und der effektiven Bildstabilisierung moderner Sony-Kameras ermöglicht es, selbst in schwierigen Lichtverhältnissen noch sauber aus der Hand zu filmen. Besonders spannend ist der Einsatz für Vlogging, da das Objektiv genug Weitwinkel bietet, um sich selbst mit Umgebung aufzunehmen, ohne dabei zu extrem zu wirken.
Auch für Slow-Motion-Aufnahmen in 120p oder 240p zeigt das 16mm eine starke Performance, da der Autofokus zuverlässig arbeitet und die optische Qualität durchgehend hoch bleibt.