Sony FE 400-800mm F6.3-8 G OSS - Praxistest
Wildlife-Traum oder unnötig groß?
Sony hat mit dem neuen FE 400-800mm F6.3-8 G OSS eine Brennweitenspanne vorgestellt, die sich perfekt für Wildlife- und Sportfotografie eignet. Wer bisher nur mit einem 200-600mm oder mit Telekonvertern an die 800mm Marke herangekommen ist, erhält nun eine native Lösung – aber wie schlägt sich das Objektiv in der Praxis?
Technische Daten des FE 400-800mm F6.3-8 G OSS
- Bajonett: Sony FE
- Brennweitenbereich: 400-800 mm
- Maximale Blende: F6.3-8
- Minimale Blende: F36 - F45
- Blendenlamellen: 11
- Linsen/Gruppen: 27/19
- Autofokus: Zwei Linearmotoren
- Abbildungsmaßstab: 0,23x
- Naheinstellgrenze: 1,7m (bei 400mm), 3,5m (bei 800mm)
- Filterdurchmesser: 105 mm
- Bildstabilisierung: ja
- Wetterschutz: ja
- Maße (Durchmesser x Länge): 119,8 x 346 mm
- Gewicht: 2.475 g
Zum YouTube Review des FE 400-800 mm
In unserem neuen Yotube-Review stellen wir dir das Sony FE 400-800 F6,3 - F8 mm und das Sony FE 16mm F1.8 in der Praxis vor. Alex hat sich damit extra ins Naturschutzgebiet begeben, um sie für die vorgesehenen Einsatzzwecke zu testen. Ob ihm genug vor die Linse gekommen ist, siehst du im Video.
Erster Eindruck & Handling
Das Sony 400-800mm ist mit 2.475 Gramm und einer Länge von fast 35 cm kein kompaktes Leichtgewicht mehr. Dennoch passt es problemlos in einen Fotorucksack und lässt sich für eine gewisse Zeit auch freihand nutzen. Wer längere Sessions plant, sollte aber definitiv ein Stativ oder Einbeinstativ einpacken. Der interne Zoom sorgt für eine gleichmäßige Gewichtsverlagerung, sodass das Handling stabil bleibt – gerade bei ruhigen Zoom-Fahrten im Videomodus ein echtes Plus.
Sony hat das Objektiv mit zahlreichen praktischen Features ausgestattet: Drei frei programmierbare Fokus-Haltetasten, ein AF/MF-Schalter, ein Stabilisierungs-Modus-Schalter und ein neuer Full-Time-DMF-Schalter erleichtern das Arbeiten. Letzterer ermöglicht es, jederzeit vom Autofokus in den manuellen Fokus zu wechseln, ohne tief ins Menü eintauchen zu müssen.
Zudem gibt es einen Fokusbereichsbegrenzer, mit dem man den Fokusbereich auf bestimmte Distanzen einschränken kann – ideal für Wildlife- und Sportfotografie, um das Fokusverhalten weiter zu optimieren.
Bildqualität & Autofokus
In Sachen Schärfe überzeugt das Objektiv über den gesamten Brennweitenbereich. Selbst bei Offenblende liefert es knackige Ergebnisse, und das cremige Bokeh mit seinen 11 Blendenlamellen sorgt für eine schöne Hintergrundunschärfe. Farbige Lichtsäume und chromatische Aberrationen sind bei extremen Kontrasten minimal vorhanden, insgesamt aber sehr gut kontrolliert. Auch Gegenlichtsituationen meistert das Objektiv mit seiner optischen Konstruktion und sechs ED-Elementen überraschend gut.
Der Autofokus ist dank der zwei Linearmotoren blitzschnell und unterstützt Serienbildraten von bis zu 120 fps, wie sie etwa die Alpha 9 III bietet. Auch in 120p- oder 240p-Slow-Motion-Videos bleibt das Tracking zuverlässig, was besonders für Tierfotografen ein riesiger Vorteil ist.
Makro-Tauglichkeit & Telekonverter
Mit einer Naheinstellgrenze von 1,7 Metern bei 400mm und 3,5 Metern bei 800mm eignet sich das Objektiv durchaus für Close-Up-Aufnahmen von Tieren oder Details in der Natur. Die maximale Vergrößerung von 0,23x mag zwar nicht in den Makrobereich fallen, aber sie reicht aus, um kleine Motive formatfüllend auf den Sensor zu bringen.
Für noch mehr Reichweite ist das Objektiv mit Sonys 1,4x und 2x Telekonvertern kompatibel. Damit lassen sich Brennweiten von bis zu 1600mm realisieren – allerdings muss man dann mit einer maximalen Blende von f/11 bzw. f/16 leben. Wer auf ausreichend Lichtquellen oder hohe ISO-Reserven setzt, kann hier dennoch beeindruckende Ergebnisse erzielen.
Zoom-Mechanik & Bildstabilisierung
Der interne Zoom ist ein echtes Highlight: Der Zoomring hat genau den richtigen Widerstand, um präzise Bewegungen zu ermöglichen, und das Gewicht bleibt über den gesamten Bereich konstant. Dadurch sind auch aus der Hand ruhige Zoom-Fahrten möglich.
Dank Optical SteadyShot Bildstabilisierung bleibt das Bild selbst bei 800mm noch erstaunlich stabil. Drei verschiedene Modi stehen zur Verfügung, um den Stabilisierungsgrad an die jeweilige Aufnahmesituation anzupassen. Wer zusätzlich auf eine Kamera mit interner Bildstabilisierung setzt, kann hier noch bessere Ergebnisse erzielen.