Sigma FP2 vorgestellt: Vollformat im kleinen Format
Für unterwegs gemacht, für Foto und Film erweiterbar
Die Sigma FP2 bringt einen 24,5-Megapixel-Vollformatsensor, 6K-Open-Gate-Video und ein neigbares Display in einem besonders kompakten Gehäuse zusammen. Damit führt Sigma die Idee der fp-Serie weiter: eine kleine Kamera als Ausgangspunkt, die sich passend zur Aufnahme erweitern lässt. Für unterwegs bleibt das Setup übersichtlich, für aufwendigere Produktionen kommen Sucher und weiteres Zubehör hinzu. Wir stellen euch die neue L-Mount-Kamera und ihre wichtigsten Funktionen vor. Selbst testen konnten wir sie bisher noch nicht.
Technische Daten der Sigma fp2
- Sensor: Teilweise gestapelter Vollformat-CMOS-Sensor
- Megapixel: 24,5 MP
- Geschwindigkeit: bis zu 20 B/s, bis zu 200 RAW-Aufnahmen in Folge
- Belichtungszeiten: bis zu 1/25600s, ausschließlich elektronischer Verschluss
- ISO-Bereich: ISO 6 bis 102400
- Sucher: optionaler EVF-21 mit 0,5-Zoll-OLED und 5,76 Mio. Bildpunkten, bis zu 90° nach oben neigbar
- Display: 3,15 Zoll LCD mit 2,1 Mio. Bildpunkten, bis zu 90° nach oben und 45° nach unten neigbar
- Bildstabilisator: kein IBIS
- Videoauflösung: 6K bis 60p, 4K bis 120p, 2K bis 120p, Open Gate in 6K und 4K
- Videoformate: ProRes RAW HQ auf externe SSD mit bis zu 5800 Mbit/s, L-Log mit Basisempfindlichkeit ISO 1250
- Audio: 3,5 mm Mikrofoneingang, 32-Bit-Float-Audio mit optionalem Zubehör
- Anschlüsse: Fullsize-HDMI, 2x USB-C, davon einer mit 10 Gbit/s für externe SSDs, 3,5 mm Mikrofoneingang
- Speicher: 1x SD-Kartensteckplatz und interner Speicher*
- Akku: BP-91, laut Sigma für etwa 370 Aufnahmen
- Maße: 112,8 x 69,9 x 41,8 mm
- Gewicht: 376 g nur Gehäuse, 460 g mit Akku und SD-Karte
Kompakt unterwegs mit der Sigma FP2
Vollformat muss nicht automatisch eine große Kameratasche bedeuten. Die Sigma FP2 verzichtet auf einen fest eingebauten Sucher und setzt auf ein flaches, geradliniges Gehäuse. Laut Sigma ist sie die weltweit kleinste Vollformat-Systemkamera, bezogen auf die eigene Recherche mit Stand Oktober 2026.
Interessant ist das vor allem für alle, die ihre Kamera auch abseits geplanter Fototouren mitnehmen möchten. Mit einer kompakten Festbrennweite lässt sich die FP2 als kleines System für Stadtspaziergänge, Reisen oder alltägliche Motive zusammenstellen. Der L-Mount erlaubt dabei den Wechsel zwischen unterschiedlichen Objektiven. Wie handlich die gesamte Kombination ausfällt, hängt also auch von der gewählten Optik ab.
Der kompakte Grundaufbau bietet zudem Spielraum beim Filmen: Wer die Kamera auf einem Gimbal einsetzen oder an einer schwer zugänglichen Position unterbringen möchte, startet mit einem kleinen Gehäuse. Benötigtes Zubehör lässt sich gezielt ergänzen. Konkrete Abmessungen und Gewichtsangaben nennt Sigma in der vorliegenden Pressemitteilung allerdings noch nicht.
Neigbares Display und Sucher nach Bedarf
Im Inneren arbeitet ein teilweise gestapelter CMOS-Vollformatsensor mit 24,5 Megapixeln. Sigma setzt damit auf eine schnellere Sensorauslesung. Sie soll Rolling-Shutter-Verzerrungen reduzieren, die beispielsweise bei schnellen Bewegungen oder Kameraschwenks auftreten können.
Für bewegte Motive stehen Serienaufnahmen mit bis zu etwa 20 Bildern pro Sekunde und bis zu 200 Bildern in Folge zur Verfügung. Der Autofokus erkennt laut Sigma neben Menschen und Tieren nun auch Vögel. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten des kleinen Gehäuses über ruhige Reise- und Alltagsmotive hinaus. Wir hoffen dabei, dass auch der gute Autofokus der Sigma BF in die FP2 Einzug gehalten hat. Gerade für spontane Aufnahmen unterwegs wäre das eine passende Ergänzung zum kompakten Konzept.
Für die Bildgestaltung direkt in der Kamera stehen 13 Farbmodi bereit. Über eine eigene Color-Taste lassen sie sich aufrufen, um die Farbstimmung schon bei der Aufnahme an das Motiv anzupassen.
24,5 Megapixel und ein schnellerer Sensor
Über einen Schalter auf der Oberseite wechselt die Sigma FP2 zwischen STILL- und CINE-Modus. Dabei werden auch die Benutzeroberfläche und die verfügbaren Funktionen auf Foto beziehungsweise Video abgestimmt. Wer beides produziert, erhält damit jeweils eine passende Arbeitsumgebung.
Zu den wichtigsten Videofunktionen gehört die 6K-Open-Gate-Aufzeichnung. Dabei wird die volle Sensorfläche genutzt. Das zusätzliche Bildmaterial oberhalb und unterhalb eines klassischen Breitbildausschnitts schafft Reserven für die spätere Bearbeitung. So lässt sich aus einer passend komponierten Aufnahme sowohl ein Querformatvideo als auch ein Hochkantclip erstellen. Gerade wenn Inhalte für YouTube und Social Media entstehen, kann das zusätzliche Aufnahmen ersparen.
Die FP2 unterstützt außerdem ProRes RAW und Leicas L-Log. Sigma nennt einen Dynamikumfang von bis zu 14,1 Blendenstufen bei 4K-Vollformat-Aufnahmen mit L-Log. Welche Bildraten und Speichermedien für die einzelnen Videoformate verfügbar sind, geht aus der Pressemitteilung nicht vollständig hervor.
Auch 32-Bit-Float-Audio wird unterstützt, allerdings mit zusätzlichem Zubehör. Sigma nennt dafür den optionalen Blitzschuhadapter HU-21 in Verbindung mit den Panasonic-Geräten DMW-XLR2 und DMW-DMS1. Die Funktion steht somit nicht allein mit dem Kameragehäuse zur Verfügung.
Kleine Kamera mit umfangreichen Videofunktionen
Für Streetfotografie und Reiseaufnahmen bietet die EOS R8 Mark II insgesamt 16 verschiedene Bildlooks. Dazu gehören beispielsweise Varianten, die sich an Negativfilm oder Diafilm orientieren. Die Intensität lässt sich zusätzlich anpassen, sodass die Effekte nicht immer mit voller Stärke eingesetzt werden müssen. Gerade wer JPEGs möglichst direkt aus der Kamera verwenden möchte, bekommt dadurch deutlich mehr kreative Möglichkeiten. Für unseren Test haben wir die meisten Aufnahmen allerdings als RAW fotografiert und anschließend individuell bearbeitet. Die Beispielbilder im Artikel zeigen deshalb nicht unmittelbar die integrierten Looks der Kamera, sondern unsere eigene Bearbeitung. Die Looks sehen wir eher als zusätzliche kreative Option für Fotografen, die bereits bei der Aufnahme mit einer bestimmten Bildwirkung arbeiten möchten.
Modular erweiterbar, mit Speicherreserve im Gehäuse
An beiden Seiten und an der Unterseite der FP2 sitzen 1/4-Zoll-Gewinde. Darüber lässt sich Zubehör befestigen, um die Kamera beispielsweise für eine Videoproduktion auszubauen. Zum angekündigten System gehören neben dem elektronischen Sucher unter anderem ein Blitzschuhadapter, eine Basisplatte und der LCD-Sucher LVF-21. Letzterer schirmt den rückseitigen Bildschirm gegen Umgebungslicht ab und vergrößert dessen Darstellung optisch.
Praktisch für unterwegs: Zusätzlich zum SD-Kartensteckplatz besitzt die FP2 einen internen Speicher mit 70 GB. Damit gibt es eine Reserve, wenn die Speicherkarte voll ist. Welche Aufnahmeformate der interne Speicher im Einzelnen unterstützt, sollte vor dem jeweiligen Einsatz geprüft werden.
Auch die Akkulaufzeit soll gegenüber der ursprünglichen fp zulegen. Sigma spricht von rund 30 Prozent mehr Laufzeit und nennt etwa 370 Fotos beziehungsweise rund 130 Minuten Video. Wie weit ihr damit tatsächlich kommt, hängt unter anderem von den Einstellungen und der Nutzung ab.