DJI Mavic 4 Pro im Praxistest
Premium-Drohne mit beeindruckendem Zoom
Die neue DJI Mavic 4 Pro ist da – und sie verspricht nicht weniger als das Beste, was DJI je in eine faltbare Drohne gepackt hat. Ich hatte die Gelegenheit, die Mavic 4 Pro sowohl an der Ostseeküste in Laboe beim Marine-Ehrenmal als auch in meinem Heimatdorf bei dichtem Morgennebel zum Sonnenaufgang zu testen. In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen mit Bildqualität, Flugverhalten, Bedienung und erkläre, warum der neue Zoom besonders für Hobbypiloten mit dem "kleinen Drohnenführerschein" ein echter Gamechanger ist.
Technische Daten der DJI Mavic 4 Pro
- Hauptkamera
- 28mm, 4/3'' CMOS, 100MP, 6K/60fps, 4K 120fps
- Mittlere Telekamera
- 70mm, 1/1.3" CMOS, 48 MP, 4K/60fps HDR, 4K 120fps
- Telekamera
- 168mm, 1/1.5" CMOS, 50 MP, 4K/60fps HDR
- Foto Dateiformat: DNG + JPEG
- Betriebstemperatur: -10 °C bis 40 °C
- Flugzeit: Ca. 51 Minuten
- Speicher: Intern 64 GB, erweiterbar mit microSD-Karten
- Creator Kombo mit 512 GB intern
- Maße:
- Gefaltet: 231 × 98 × 95 mm
- Ausgefaltet: (mit Propellern): 360 × 300 × 120 mm
- Gewicht: 1.063 g
Kamera & Bildqualität: Eine neue Liga
DJI hat mit der Mavic 4 Pro die Messlatte im Drohnensegment erneut deutlich höher gelegt. Die Hauptkamera nutzt einen 4/3-Zoll Hasselblad-Sensor mit 100 MP. Das Resultat sind knackscharfe, detailreiche Bilder mit einem beeindruckenden Dynamikumfang. Selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen liefert die Kamera sehr ausgewogene Ergebnisse mit viel Zeichnung in den Schatten und Höhen. Videos können in 6K mit 60 fps in HDR aufgenommen werden, was für Content Creator und professionelle Anwendungen gleichermaßen interessant ist.
Ein echtes Highlight ist das neue Triple-Kamera-System. Besonders die Telekamera mit 168 mm Brennweite (50 MP) sticht heraus. In Laboe konnte ich trotz großer Entfernung gestochen scharfe Detailaufnahmen vom Marine-Ehrenmal machen, ohne gegen gesetzliche Vorschriften zu verstoßen. Denn mit dem kleinen Drohnenführerschein ist ein Abstand von mindestens 150 Metern zu Menschenansammlungen und Gebäuden vorgeschrieben – der starke Zoom macht es möglich, trotzdem nahe Motive sicher und legal festzuhalten.
Leistungsdaten der DJI Mavic 4 Pro (Übersicht)
Ein besonders praktisches Detail: Die Mavic 4 Pro verfügt über einen internen Speicher von 64 GB. Den bekommt man bei einem normalen Flug eigentlich kaum voll – es sei denn, man zeichnet durchgängig in 4K mit 120 Bildern pro Sekunde auf. Was ich aber ehrlich gesagt niemandem empfehlen würde. In der Creator Combo-Variante steht sogar ein interner Speicher von 512 GB zur Verfügung – ideal für umfangreiche Aufnahmen und lange Sessions ohne Speicherkarte.
Zum YouTube Review der DJI Air 3S
Unser Redakteur Florian hatte die Gelegenheit, die neue DJI Mavic 4 Pro ausgiebig zu testen – trotz kleiner Einschränkungen durch seinen Drohnenführerschein.
Im Video erfahrt ihr, wie sich die neue Triple-Kamera-Drohne von DJI im Praxiseinsatz schlägt, welche Features besonders überzeugen und wo es noch Luft nach oben gibt.
Ob atemberaubende Zoom-Aufnahmen oder flexible Flugmodi – die Mavic 4 Pro hat einiges zu bieten.
Flugverhalten & Handling: Sicher und effizient
Die Geschwindigkeit wurde im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls erhöht: Statt 21 erreicht die Mavic 4 Pro nun bis zu 25 Meter pro Sekunde. Dies ist allerdings nur im Sportmodus möglich, in dem die Hinderniserkennung deaktiviert ist. Hier ist also besondere Vorsicht geboten, vor allem beim Fliegen in komplexer Umgebung.
Die Mavic 4 Pro bietet mit bis zu 51 Minuten Flugzeit eine der längsten Flugdauern im Consumer-Bereich. Damit eignet sie sich ideal für ausgedehnte Foto- und Videoeinsätze, ohne ständig Akkus wechseln zu müssen. Im Test bewies sie ein sehr stabiles Flugverhalten, auch bei leichtem Wind oder in Höhenlagen.
Ein besonderer Pluspunkt ist das omnidirektionale Sensorsystem mit LiDAR-Unterstützung, das selbst bei schlechten Lichtverhältnissen und Nebel hervorragend funktioniert. Beim Testflug im dörflichen Nebel kurz nach Sonnenaufgang blieb die Drohne ruhig in der Luft stehen und erkannte Hindernisse zuverlässig, obwohl die Sichtweite teilweise stark eingeschränkt war. Die automatische Rückkehrfunktion (RTH) hat in verschiedenen Szenarien sehr präzise gearbeitet und die Drohne auch aus komplexen Situationen sicher zurückgeführt.
Design & Bedienkomfort: Flexibel, aber Geschmackssache
Optisch fand ich das markante, kantigere Design der Mavic 3 Pro etwas ansprechender. Es vermittelte ein technisches, robustes Erscheinungsbild. Die neue Mavic 4 Pro setzt hingegen auf ein runderes, weicheres Design, das auf den ersten Blick weniger auffällt. Doch diese Designentscheidung bringt klare Vorteile in der Praxis: Das neue Gehäuse ermöglicht deutlich flexiblere Kamerabewegungen und macht den Wechsel in den Hochformatmodus besonders einfach.
Im Gegensatz zur DJI Air 3S muss bei der Mavic 4 Pro im Hochformat nicht mit einem Crop gearbeitet werden. Stattdessen wechselt das Kamerasystem physisch in eine vertikale Ausrichtung, wodurch der volle Sensor genutzt werden kann. Das ist gerade für Social-Media-Inhalte ein großer Vorteil.
Auch die Steuerung per neuem DJI RC Pro 2 Controller mit 7-Zoll-Display ist eine Verbesserung. Die Touch-Bedienung ist intuitiv, das Display bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Die Flugmodi lassen sich bequem umschalten, und die Steuerung reagiert präzise auf Eingaben.