Eines der herausragenden optischen Merkmale der BDII-XD-Serie ist das beneidenswerte große Sichtfeld mit erstklassiger Weitwinkelleistung.
Suche dein Motiv schnell mit einer breiteren Sicht auf deine Umgebung und Schärfe bis in die Bildecken. Mit zusätzlichen Funktionen wie Kowa XD-Objektiven (High Grade ED) und einer Nahfokussierung von nur 1,3m setzt die BDII-XD-Reihe einen Standard für Ferngläser.
Objektivdurchmesser: 32mm Austrittspupillenabstand: 17.0mm Gehäusematerial: Magnesium Minimaler Nahfokusabstand: 1.3m Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 116x124x51mm Vergrößerung: 6.5x Gesichtsfeld: 10° Gesichtsfeld bei 1000m/yds: 175 Dämmerungsfaktor: 14.4 Gewicht: 535g
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13.09.2023
ziemlich gut aber auch mit Mängeln
Gekauft habe ich es, da es mein Zeiss Terra ED 8x42 ersetzen soll, das ich auf einem Segelboot verwende, wo aber die 8-fache Vergrößerung zu viel ist, da Schiffe nun mal wackeln. Beide haben eine 5 mm Austrittspupille, und sind für mich, da es auch in der Dämmerung und Nachts verwendet werden soll, daher vergleichbar. Mit 6.5x32 statt 8x42 hat man nicht nur ein ruhigeres Bild, sondern auch ein wesentlich platzsparenderes, kompakteres Fernglas, wobei das Gewicht (ca. 500 g vs. ca. 700 g des Zeiss) angenehm leichter ist, wenn man es viel um den Hals hängen hat, aber trotzdem noch hoch genug ist um nicht übermäßig zu verwackeln. Das 8x42 hatte ich damals gewählt, da mir die für 'Marine' üblichen (meist 7x50) Porroprismen-Ferngläser zu schwer und vor allem zu sperrig sind, und ganz nebenbei auch noch ein schlechteres Preis-Leistungsverhältnis haben (liegt wohl an den Stückzahlen).
Im direkten Vergleich ist das Kowa von der optischen und mechanischen Qualität in der Summe etwa vergleichbar mit den Zeiss Terra, das etwas teurer verkauft wird, aber ja auch mehr Glas ist, das halt produziert werden muss.
Beides sind sicher ganz passable Ferngläser, ich erwähne nur die Unterschiede die mir im direkten Vergleich aufgefallen sind:
Das Zeiss hat, obwohl als 'ED' beworben, eine deutliche CA (also Farbsäume) bei allem was aus der Bildmitte heraus geht, wogegen das Kowa diese nur gering hat. Dieser Punkt geht an das Kowa. Auch die Randunschärfe ist beim Kowa etwas geringer, aber immer noch deutlich vorhanden.
Das Kowa ist wesentlich empfindlicher auf Streulicht von vorne. Um Lichter herum hat man beim Kowa einen größeren Nebel als beim Zeiss, aber auch dieses ist in dieser Disziplin bei weitem nicht perfekt, der 'Nebel' ist etwa halb so dicht.
Das Kowa ist auch deutlich empfindlicher auf Streulicht von schräg hinten. Wenn viel Licht schräg von hinten in das Okular scheint, sind deutlich störende Reflexe vorhanden. Beim Zeiss gibt es diese kaum. Es hängt von der Beobachtungssituation und vom Verwendungszweck ab, ob das stört oder nicht. Für mich als Segler ist das deutlich störend, da das eine häufige Beobachtungssituation ist (z.B. weiße Segel oder die Sonne im Rücken).
Für die Verstellung der Augenweite beim Kowa braucht man sehr viel Kraft (bin ein kräftiger Mann, meine Frau tut sich da schon schwerer). Es mag sein, dass das beabsichtigt ist, aber falls das Fernglas von mehreren Personen im Wechsel benutzt werden soll, evtl. Kindern oder schwächeren Frauen, kann das ein Entscheidungskriterium sein.
Andere Eigenschaften wie Bildschärfe, Kontrast, Transmission, Brillentauglichkeit, Bildwinkel erfüllen das was man in dieser Preisklasse erwarten kann, und unterscheiden sich für mich nicht merklich. Bedenkt man den Preisunterschied zum Zeiss, ist das ein positives Urteil für das Kowa. Beide sind Made in China.
Für mich als Segler hat es einige Schwächen, aber auch die fast einmalige Stärke ein kompaktes 6.5x - fach Dachkant-Fernglas zu sein, was wirklich Vorteile bringt und für meinen Anwendungsfall ideal ist. Alles im allem hätte ich das Glas wohl behalten, wenn nicht schon als ich es aus der Packung genommen habe, die Gummiarmierung an einer Stelle lose gewesen wäre. Da ich es nun sowieso zurück schicken muss, werde ich nun das einzige mir bekannte vergleichbare Fernglas ausprobieren, ein 7x32 Hawke Marine, das ebenfalls ein Dachkant-Glass ist. Ansonsten sind Ferngläser mit 7x oder wenige fast alle Porroprismen-Gläser, die mir zu unhandlich sind. Gut möglich dass ich dann aber wieder zum Kowa zurück kehre. Als Alternative gäbe es dann noch ein Leica Ultravid 7x35, zumindest theoretisch, weil das kostet mehr als das Vierfache.
Bei Ferngläsern in dieser Preisklasse darf man eben keine Perfektion verlangen. Man muss wissen welches die Defizite sind, und wenn die von mir erwähnten für den jeweiligen Anwendungsfall akzeptabel sind, dann kann man das Glas empfehlen. Verglichen mit dem Zeiss Terra ist es jedenfalls sein Geld wert.
Peter
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