Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Suche

08.09.2026

Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G: Fisheye-Zoom für E-Mount

Vom kreisrunden 180-Grad-Bild bis zum diagonalen Fisheye: Sony erweitert sein Vollformat-System um ein ungewöhnliches Spezialobjektiv

Autor: Florian Kunde

Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G: Fisheye-Zoom für E-Mount

Mit dem Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G erweitert Sony das E-Mount-System um ein Objektiv, das sich deutlich von den üblichen Ultraweitwinkelzooms unterscheidet. Das neue G-Objektiv deckt nicht einfach verschiedene Brennweiten ab. Durch den Zoombereich verändert sich auch die Art der Fisheye-Darstellung. Bei 8 mm entsteht am Vollformatsensor ein kreisrundes Fisheye-Bild, bei 14 mm wird der komplette Sensor als diagonales Fisheye genutzt.

Damit richtet sich das Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G weniger an Fotografen und Fotografinnen, die einfach nur möglichst viel aufs Bild bekommen möchten. Es ist vielmehr ein Spezialwerkzeug für bewusst extreme Perspektiven, Action, Video und professionelle VR-Produktionen.

Für erste Praxisaufnahmen war das Objektiv unter anderem beim Skaten im Einsatz. Die Testbilder in diesem Artikel stammen von Fotograf Pascal Lieleg (Instagram). Das Modell ist Street Skater Alve Tyberg Österling (Instagram)

Technische Daten

  • Bajonett: Sony E-Mount 
  • Brennweitenbereich: 8 bis 14 mm 
  • Offenblende: konstant f3.5 
  • Blendenlamellen: 7 Lamellen 
  • 8 mm: kreisrundes Fisheye am Vollformat 
  • 14 mm: diagonales Fisheye am Vollformat 
  • Naheinstellgrenze: 0,15 m über den gesamten Zoombereich 
  • Maximale Vergrößerung: 0,22x 
  • Autofokus: zwei Linearmotoren 
  • Abmessungen: ca. 63,1 × 82,8 mm 
  • Bedienelemente: Blendenring, Fokus- und Zoomring, Zoom-Lock, AF/MF/FH-Schalter, De-Click-Schalter für den Blendenring 
  • Linear Response MF 
  • Gewicht: 314 g 
Sony FE 100-400mm f5.6-8 OSS Produktansicht

Vom Circular Fisheye zum diagonalen Fisheye

Die Besonderheit des Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G liegt eindeutig im Zoombereich. Anders als bei einem normalen Weitwinkelzoom verändert sich nicht nur der Bildausschnitt.

Bei 8 mm bildet das Objektiv einen vollständigen Bildkreis innerhalb des Vollformatsensors ab. Das Ergebnis ist der klassische Circular-Fisheye-Look mit einem Blickwinkel von 180 Grad.

Beim Zoomen wird dieser Bildkreis immer größer. Bei 14 mm füllt das Bild schließlich den gesamten Vollformatsensor aus und das Objektiv arbeitet als diagonales Fisheye.

Dazwischen lassen sich verschiedene Abstufungen nutzen. Interessant ist außerdem der Einsatz an APS-C-Kameras beziehungsweise im APS-C-Crop. Hier lässt sich bereits bei einer kürzeren Brennweite ein diagonales Fisheye-Bild erzeugen.

Sony integriert dafür einen Zoom-Lock mit drei definierten Positionen. Neben 8 und 14 mm gibt es eine Zwischenstellung für die APS-C-Nutzung.

Kein Ersatz für ein klassisches Ultraweitwinkel

An dieser Stelle ist allerdings eine wichtige Einordnung notwendig. Das Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G ist trotz seiner Brennweite kein Ersatz für ein 12-24mm oder ein vergleichbares Ultraweitwinkelobjektiv.

Die typische Fisheye-Projektion mit stark gekrümmten Linien gehört hier ausdrücklich zum Bildlook. Wer Architektur möglichst verzerrungsfrei aufnehmen oder einfach einen sehr großen Bildwinkel erhalten möchte, ist mit einem rectilinearen Ultraweitwinkel besser beraten.

Beim neuen 8-14mm geht es vielmehr darum, die Verzerrung gezielt als Gestaltungsmittel einzusetzen. Gerade bei Action-Aufnahmen kann das sehr gut funktionieren. Beim Skateboarding lassen sich beispielsweise Sportler sehr nah an der Kamera aufnehmen und gleichzeitig große Teile der Umgebung zeigen. Genau diese überzeichnete räumliche Wirkung gehört seit Jahrzehnten zum typischen Look solcher Aufnahmen.

Auch bei ungewöhnlichen Landschaftsperspektiven, Cityscapes oder bewusst experimenteller Architektur kann ein Fisheye interessante Ergebnisse liefern.

Trotz Fisheye kompakt und leicht

Bemerkenswert ist vor allem das Gewicht. Mit 314 g bleibt das Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G für ein Vollformat-Zoom dieser Art ausgesprochen kompakt.

Das Objektiv misst rund 63,1 mm im Durchmesser und 82,8 mm in der Länge. Damit ist es deutlich kleiner als einige alternative Fisheye-Lösungen.

Das dürfte nicht nur Fotografen entgegenkommen. Gerade für Rig-, Video- und VR-Anwendungen spielen Gewicht und Abmessungen eine wichtige Rolle.

Sony selbst hebt diesen Punkt entsprechend stark hervor. Das Objektiv soll nicht nur als klassisches Kreativobjektiv funktionieren, sondern wurde ausdrücklich auch für professionelle 3D- und VR-Workflows entwickelt.

Sony FE 8-14mm f3.5 Fisheye G Beispielbild

Konstante Lichtstärke von f3.5

Über den gesamten Brennweitenbereich steht eine maximale Blendenöffnung von f3.5 zur Verfügung.

Für ein Fisheye ist das durchaus ordentlich. Extreme Freistellung steht bei Brennweiten zwischen 8 und 14 mm ohnehin nicht im Vordergrund. Wichtiger ist die zusätzliche Lichtreserve bei schnellen Bewegungen, Innenaufnahmen oder Video.

Sony setzt auf eine Blende mit sieben Lamellen.

Auch bei der Abbildungsleistung verspricht der Hersteller eine hohe Auflösung bis in die Randbereiche. Das ist bei einem Fisheye besonders relevant, da ein sehr großer Bereich des Bildkreises genutzt wird.

Wie gut sich das Objektiv hier tatsächlich schlägt, muss ein ausführlicher Praxistest zeigen. Die ersten Beispielaufnahmen vermitteln zumindest den Eindruck, dass Sony trotz der extremen Projektion einen hohen Anspruch an die Detailwiedergabe verfolgt.

Schneller Autofokus mit zwei Linearmotoren

Obwohl ein Fisheye aufgrund seiner großen Schärfentiefe häufig vergleichsweise unkompliziert zu fokussieren ist, stattet Sony das Objektiv mit zwei Linearmotoren aus.

Damit soll es auch mit schnellen Kamerasystemen mithalten können. Sony nennt unter anderem die Alpha 9 III, bei der AF-Tracking selbst bei Serienaufnahmen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde unterstützt wird.

Auch bei HFR-Videoaufnahmen mit 120p beziehungsweise 240p soll die Motivverfolgung verfügbar bleiben.

Für manuelles Fokussieren unterstützt das Objektiv Linear Response MF. Die Bewegung des Fokusrings lässt sich damit reproduzierbarer auf die Fokusverstellung übertragen, was besonders für Videoaufnahmen relevant sein kann.

15 cm Naheinstellgrenze für extreme Perspektiven

Über den gesamten Zoombereich liegt die Naheinstellgrenze bei lediglich 0,15 m. Der maximale Abbildungsmaßstab beträgt 0,22x.

Das eröffnet einige interessante Gestaltungsmöglichkeiten. Motive können extrem nah an die Frontlinse gebracht werden, während gleichzeitig sehr viel von der Umgebung sichtbar bleibt.

Gerade bei Action, Tieren oder ungewöhnlichen Detailaufnahmen entstehen dadurch Perspektiven, die mit normalen Weitwinkelobjektiven kaum möglich sind.

Sony FE 8-14mm f3.5 Fisheye G Beispielbild normales fisheye

Viele Bedienelemente für Foto, Video und VR

Interessant ist die Ausstattung des Objektivs. Sony spendiert dem kleinen Fisheye einen separaten Zoomring, Fokusring und Blendenring.

Der Blendenring lässt sich über einen eigenen Schalter entklicken. Für Videoaufnahmen sind dadurch gleichmäßige Blendenfahrten möglich.

Zusätzlich gibt es einen AF/MF/FH-Schalter. In der FH-Position lässt sich eine zuvor manuell eingestellte Fokusposition festhalten. Sony sieht darin unter anderem Vorteile bei VR-Produktionen, bei denen eine unbeabsichtigte Veränderung der Einstellungen besonders problematisch wäre.

Auch der Zoomring lässt sich verriegeln. Dafür stehen definierte Positionen für das Circular Fisheye bei 8 mm, eine APS-C-Konfiguration sowie das diagonale Vollformat-Fisheye bei 14 mm zur Verfügung.

Sony FE 8-14mm f3.5 Fisheye G Beispielbild circular fisheye

Besonders interessant für VR-Produktion

Ein großer Teil der Entwicklung scheint auf professionelle VR-Workflows ausgerichtet zu sein.

In Verbindung mit zwei VENICE Extension System Mini Einheiten lässt sich laut Sony ein Augenabstand von rund 64 mm realisieren. Das entspricht ungefähr dem natürlichen Abstand der menschlichen Augen und soll eine möglichst angenehme stereoskopische VR-Darstellung ermöglichen.

Für 360-Grad-Produktionen nennt Sony außerdem eine Konfiguration aus drei Extension System Mini Einheiten. Dabei sollen drei 8K-Signale aufgezeichnet werden können.

Für einen Großteil der klassischen Fotografen spielt dieses Thema vermutlich keine Rolle. Für spezialisierte VR-Produktionen könnte genau dieser Bereich aber einer der wichtigsten Gründe für die Entwicklung des Objektivs gewesen sein.

Für wen ist das Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G gedacht?

Das Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G ist ein ausgesprochen spezielles Objektiv. Und genau das macht seine Einordnung relativ einfach.

Wer gelegentlich etwas mehr Weitwinkel benötigt, braucht dieses Objektiv nicht. Dafür gibt es deutlich universellere Lösungen.

Wer dagegen gezielt mit Fisheye-Perspektiven arbeitet, bekommt hier ungewöhnlich viel Flexibilität. Besonders spannend sehen wir das Objektiv bei:

• Skateboarding und anderen Actionsportarten 

• experimenteller Landschaftsfotografie 

• außergewöhnlichen Architektur- und Cityscape-Aufnahmen 

• Musikvideos und kreativen Videoproduktionen 

• 180-Grad- und 360-Grad-VR 

• professionellen 3D-Produktionen 

Gerade der Wechsel zwischen Circular und Diagonal Fisheye innerhalb eines einzigen Objektivs macht das Konzept interessant.

Fazit zum Sony FE 8-14mm f3.5 Fisheye G

Fazit: beeindruckendes Spezialwerkzeug für eine kleine Zielgruppe

Das Sony FE 8-14mm F3.5 Fisheye G ist klar ein Nischenobjektiv, technisch aber ein sehr interessantes. Besonders der Wechsel vom kreisrunden zum diagonalen Fisheye macht es deutlich vielseitiger als eine klassische Fisheye-Festbrennweite.

Für Action, kreative Foto- und Videoaufnahmen sowie VR-Produktionen bietet es ungewöhnliche Möglichkeiten. Wer diesen speziellen Look gezielt einsetzen möchte, bekommt ein kompaktes und durchdachtes Werkzeug.