Sirui Aurora 85mm f1.4 AF - Testbericht
Das erste Vollformat Autofokus Objektiv von Sirui
Mit dem Aurora 85mm f1.4 bringt Sirui sein erstes Vollformat-Objektiv mit Autofokus auf den Markt und betritt damit ein spannendes neues Segment. Sirui, bekannt für Foto- und Videozubehör in guter Qualität zu moderaten Preisen, hat sich über die Jahre vom kleinen Zubehöranbieter zu einer weltweit anerkannten Marke entwickelt, die bei Profis und Amateuren gleichermaßen beliebt ist. Dieses Objektiv ist für Sony E, Nikon Z und Fujifilm X erhältlich – eine Premiere, die wir uns näher ansehen.
Sirui’s erster Schritt ins AF-Vollformat – Ein Überblick
Sirui ist vor allem für seine Stative, Lampen und besonders seine Cine- und anamorphotischen Objektive bekannt. Nun wagt sich das Unternehmen mit dem Aurora 85mm f1.4 in den Bereich der Fotografie und bringt dabei den ersten Autofokus im Vollformat mit. Der APS-C-Versuch mit der Sniper-Serie stieß im letzten Jahr auf gemischtes Feedback. Während die ersten Objektive der Serie noch etwas schwächelten, wurden vor Allem die neueren 16mm und 75mm Varianten gelobt. Grund genug für uns, mit Spannung auf das erste Vollformat-Objektiv dieser Art zu blicken.
Technische Daten
- Bajonett: Sony E, Nikon Z, Fujifilm X
- Brennweite: 85mm
- Blende: F1.4 - F16
- Blendenlamelle: 15
- Linsenstruktur: 14 Elemente in 9 Gruppen
- Filtergewinde: 67mm
- Fokustyp: Autofokus + Manueller Fokus
- Naheinstellgrenze: 0,85m
- Maximale Vergrößerung: 1:8,68 oder 0,1152x
- Bildstabilisierung: nein
- Wetterschutz: ja
- Gewicht (ohne Objektivdeckel): 540g
- Maße (ohne Objektivdeckel): 102mm x 80,3mm
- Funktionstasten: 1
Gehäuse und Verarbeitung – Robustes Metall und praktische Details
Das Gehäuse des Aurora 85mm f1.4 ist aus Metall gefertigt und vermittelt sofort einen hochwertigen Eindruck. Neben dem Fokusring, der angenehm griffig ist, finden wir einen de-klickbaren Blendenring, was in dieser Preisklasse nicht unbedingt selbstverständlich ist. Dieser lässt sich per Schalter an- und ausschalten, was vor allem für Videofilmer interessant sein dürfte. Eine weitere nette Ergänzung ist die AFL-Taste, die quadratisch gestaltet ist und sich gut von der üblichen runden Form anderer Hersteller abhebt. Diese Taste lässt sich frei programmieren, was besonders praktisch ist.
Ein weiteres praktisches Feature ist die USB-Schnittstelle am Bajonett, mit der Firmware-Updates direkt auf das Objektiv gespielt werden können – ohne den Umweg über eine Dockingstation oder SD-Karten. Die kleine, aber solide Konstruktion wiegt knapp 540 g und misst 102 mm in der Länge, was es leicht und handlich macht, insbesondere im Vergleich zu anderen 85mm-Objektiven derselben Lichtstärke.
Bildqualität – Schärfe, Freistellung und Bokeh
Ein 85mm f1.4-Objektiv eignet sich besonders für Porträts, doch wir haben uns für diesen Test auf Landschafts- und Naturaufnahmen konzentriert, um seine Vielseitigkeit zu überprüfen. Mit einem 61-Megapixel-Sensor, wie bei der Sony a7RV, fallen selbst kleine Abbildungsfehler schnell auf – und hier überrascht das Aurora positiv.
Freistellung und Schärfe bei Offenblende:
Mit einer Offenblende von f1.4 lässt sich eine beeindruckende Freistellung erzielen, bei der der Schärfebereich hauchdünn ist. Die Schärfe bei Offenblende überzeugt und die Bilder sind bereits ab f1.4 gut nutzbar. Blendet man leicht auf f1.8 ab, werden die Ergebnisse noch etwas schärfer und kontrastreicher. Eine leichte Vignettierung ist vorhanden, hält sich jedoch im Rahmen und stört nicht.
Bokeh:
Beim Bokeh zeigt sich das Aurora vielseitig: Die unscharfen Bereiche sind schön weich, und der leichte „Katzenaugeneffekt“ in den Highlights fällt kaum ins Gewicht. Positiv hervorzuheben sind die 15 abgerundeten Blendenlamellen, die auch bei abgeblendeten Aufnahmen ein angenehm rundes Bokeh erzeugen. Allerdings wirkt der Übergang von scharf zu unscharf in manchen Szenarien etwas unruhig, vor allem bei Aufnahmen aus mittlerer Distanz.
Chromatische Aberrationen und Farbsäume:
Ein weiterer Vorteil des Aurora 85mm f1.4 ist seine geringe Anfälligkeit für chromatische Aberrationen. Selbst bei starker Überbelichtung treten sie nur minimal in den äußersten Bildecken auf. Leichte Längsfarbfehler, die zu Farbsäumen in unscharfen Bereichen führen, sind erkennbar, bleiben jedoch auf einem unauffälligen Niveau – ein beeindruckendes Ergebnis in dieser Preisklasse.
Zum Youtube Review
Florian konnte das Sirui 85mm f1.4 Aurora bereits vor einigen Tagen ausgiebig testen. Im Video auf unserem YouTube-Kanal wirft er einen Blick auf die Verarbeitung, den Funktionsumfang und die Abbildungsleistung von Siruis neuem Vollformat-Objektiv. Ob er zufrieden ist und es weiterempfehlen kann, erfährst du im Video.
Autofokus und Geschwindigkeit
Der Autofokus wird von einem Schrittmotor angetrieben, der in den meisten Situationen zuverlässig arbeitet. Die Geschwindigkeit reicht für Standardanwendungen völlig aus, auch wenn er nicht zu den schnellsten gehört. Ein leichtes Surren ist im Studio wahrnehmbar, fällt draußen jedoch kaum auf. Für Porträt- und Landschaftsaufnahmen ist der Autofokus des Aurora 85mm f1.4 absolut ausreichend und liefert solide Ergebnisse.
Einsatz an APS-C-Kameras – Vorteile durch den Crop-Faktor
Interessant ist das Aurora 85mm f1.4 auch für Fujifilm APS-C-Nutzer und -Nutzerinnen, da der Crop-Faktor einen positiven Effekt auf die Bildqualität haben kann. Vignettierung und chromatische Aberrationen in den Bildecken treten hier weniger in Erscheinung, da man nur den zentralen „Sweetspot“ des Objektivs nutzt.