Panasonic Lumix S1R II - Praxistest
Der neue Maßstab für Hybrid-Kameras?
Die Panasonic Lumix S1R II ist endlich da – und wir müssen sagen: Das Warten hat sich definitiv gelohnt. Denn sie ist weit mehr als nur eine kleine Weiterentwicklung ihrer Vorgängerin. Nach sechs Jahren bringt Panasonic mit dieser Kamera nicht nur ein Update, sondern eine echte Revolution. Aber hält sie auch, was die technischen Daten versprechen? Wir haben sie getestet und teilen unsere Eindrücke aus der Praxis.
Technische Daten der S1R II
- Sensor: CMOS-Sensor Kleinbild 36,0 x 24,0 mm
- Prozessor: Hochleistungs-Prozessor mit L2-Technologie
- Megapixel: 45 Megapixel
- Sucher: 5,76 Megapixel
- Display:
- 1.840.000 Bildpunkten
- neig-, schwenk- und drehbar
- mit Touchscreen
- Bildstabilisator: ja, bis zu 8 Blendenstufen
- Videoauflösung: 8K 30p, 4K 120p
- Anschlüsse: HDMI, USB Typ C, 3,5 mm-Klinke, Mikrofon, 1x SD UHS II, 1x CFExpress
- Maße: 134,3 x 102,3 x 91,8 mm
- Gewicht: 795 Gramm
Erster Eindruck und Handling
Schon beim ersten Auspacken fällt auf: Die S1R II ist kompakter und leichter als ihre Vorgängerin – laut Panasonic um etwa 20%. Das merkt man sofort, besonders wenn man lange damit unterwegs ist. Doch die Veränderungen gehen über das Gewicht hinaus.
Auffällig ist das Fehlen des Schulter-Displays. An dessen Stelle rückt das Moduswahlrad, das auf der linken Seite Platz für ein Wahlrad zur Bestimmung der Serienbildgeschwindigkeit gemacht hat. Dazu kommt ein neuer Schalter für den Foto-, Video- und S&Q-Modus. Damit wird schnell klar: Die S1R II ist kein reines Foto-Flaggschiff mehr, sondern ein echter Hybrid für Foto- und Videografen.
Die gewohnte Panasonic-Usability bleibt aber bestehen – mit durchdachter Ergonomie, einer logischen Tastenanordnung und vielen individuell belegbaren Funktionstasten. Darunter auch der neue rote Rec.-Button an der Vorderseite der Kamera, speziell für Videoaufnahmen.
Display, Sucher und Anschlüsse – alles auf Profi-Niveau
Panasonic hat nicht nur am Display geschraubt, sondern auch die Anschlussmöglichkeiten optimiert. Der elektronische Sucher kommt mit 5,76 Millionen Bildpunkten und ist damit noch schärfer als zuvor. Die Displayauflösung schrumpft zwar auf 1,84 Millionen Bildpunkte, hat aber eine völlig neue Schwenkmechanik erhalten. Es lässt sich nicht nur nach oben und unten klappen, sondern auch zur Seite schwenken – ein Feature, das wir uns in Zukunft von mehr Herstellern wünschen würden.
Die Lumix S1R II bietet zudem zwei Speicherkartenslots – eine CFexpress und eine UHS-II-SD-Karte. Auf der linken Seite befinden sich Anschlüsse für Mikrofon, Kopfhörer, USB-C und Full-HDMI. Damit ist sie für professionelle Einsätze bestens gerüstet.
Bildqualität – 45 Megapixel in Bestform
Das Herzstück der S1R II ist der neue 45-Megapixel-Vollformatsensor, der in Kombination mit dem L²-Prozessor eine beeindruckende Bildqualität liefert. Die Fotos sind extrem detailreich, mit knackiger Schärfe und natürlicher Farbwiedergabe. Wer es noch hochauflösender mag, kann den High-Resolution-Modus nutzen und Bilder mit bis zu 177 Megapixeln aufnehmen.
Für Fans besonderer Farbprofile hat Panasonic eine große Auswahl an Looks integriert – darunter auch den Leica Monochrom-Modus, der für atemberaubende Schwarz-Weiß-Aufnahmen sorgt.
Serienbildfunktion und Autofokus
Die Serienbildfunktion ist beeindruckend: Mit mechanischem Verschluss schafft die Kamera bis zu 10 Bilder pro Sekunde – mit elektronischem Verschluss sogar bis zu 40 Bilder pro Sekunde, und das in voller Auflösung sowie mit kontinuierlichem Autofokus.
Apropos Autofokus: Die S1R II nutzt den Phasen-Hybrid-AF, der seit der S5 II für Panasonic ein riesiger Sprung nach vorne war. Die Motiverkennung funktioniert tadellos – Menschen, Tiere, Fahrzeuge und sogar Flugzeuge werden zuverlässig erkannt und verfolgt. Beim Fotografieren von schnellen Motiven, wie Möwen im Hafen, gibt es vielleicht noch Luft nach oben, aber insgesamt liefert der Autofokus eine starke Performance.
Zum YouTube Review der
Panasonic Lumix S1R II
Da will jemand ganz oben mitspielen, und die Specs geben ihr allen Grund dazu. Sie kommt nämlich deutlich potenter, dabei kompakter und leichter als ihre immerhin 6 Jahre alte Vorgängerin. Was so alles in diesem spiegellosen, hybriden Power-House steckt und wie es sich in der Praxis schlägt, das erfahrt ihr in diesem Video.
Bildstabilisierung – Gimbal überflüssig?
Eines der größten Highlights ist die Bildstabilisierung. Panasonic kombiniert eine 5-Achsen-IBIS mit elektronischer Stabilisierung, was bis zu 8 Stufen ausgleicht. Besonders beeindruckend ist der „High“-Modus der E-Stabilisierung: Selbst beim Joggen mit ausgestrecktem Arm bleibt das Bild butterweich. Wer oft aus der Hand filmt, wird sich hier freuen – ein Gimbal könnte in vielen Situationen überflüssig werden.
Video-Features – ein echtes Hybrid-Modell
Die S1R II richtet sich nicht nur an Fotografen, sondern auch klar an Videografen. Sie bietet:
-
8K 30p in 4:2:0 10bit,
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5,8K 60p in 4:2:0 10bit,
-
4K 120p in 4:2:2 10bit,
-
5,8K ProRes RAW HQ – direkt intern oder auf eine SSD.
Ein kommendes Firmware-Update wird zudem 8K Open Gate-Aufnahmen ermöglichen und die Nutzung externer Monitore erweitern. Zudem gibt es Proxy-Aufnahmen, professionelle Funktionen wie False Color und Unterstützung für den DMW-XLR2 XLR-Mikrofonadapter mit 32-Bit-Float-Aufnahmen.
Nicht zu vergessen: Die S1R II hat eine Tally-Lampe – sowohl vorne als auch hinten –, damit jeder sieht, wenn die Aufnahme läuft.
Panasonic S1 vs S1R II
Akku – ein kleiner Wermutstropfen
Ein Punkt, der uns im Test nicht ganz überzeugt hat: die Akkulaufzeit. Nach etwa 1,5 Stunden war der Akku leer, obwohl wir nur wenig gefilmt und fotografiert haben. Ein Ersatzakku ist also Pflicht, besonders bei längeren Shootings.