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17.06.2025

OM System OM-5 Mark II im Praxistest

Bewährtes Konzept, gezielt verbessert

Autor: Florian Kunde

OM System OM-5 Mark II Testbericht

Mit der OM‑5 Mark II bringt OM System ein Update, das nicht auf Revolution, sondern auf sinnvolle Evolution setzt. Äußerlich fast unverändert, konzentrieren sich die Neuerungen auf die inneren Werte – insbesondere dort, wo es in der Praxis zählt: Bildstabilisierung, Video, Audio und digitale Funktionen.

Technische Daten der OM-5 Mark II

  • Sensor: 4/3 Live MOS Sensor
  • Megapixel: 20,4 Megapixel
  • Sucher: OLED-Sucher, ca. 2,36 Millionen Bildpunkte
  • Display: 3,0-Zoll Touchscreen, ca. 1,04 Millionen Bildpunkte, schwenkbar
  • Bildstabilisator: intern, 5-Achsen-IS bis zu 7,5 EV (mit Sync-IS)
  • Video: C4K 24p / 4K 30p / FullHD 60p / Zeitlupe mit bis zu 120 fps
  • Anschlüsse: USB-C, Micro-HDMI, Mikrofonbuchse (3,5 mm), Remote-Anschluss
  • Speicher: 1x SD-Kartenslot (UHS-II-kompatibel)
  • Maße: 125,3 mm (B) x 85,2 mm (H) x 52,0 mm (T)
  • Gewicht: ca. 418 Gramm (einsatzbereit inkl. Akku & Karte)
OM System OM-5 Mark II front
OM System OM-5 Mark II right
OM System OM-5 Mark II Rückseite
OM System OM-5 Mark II left
OM System OM-5 Mark II top

Bewährtes Konzept, behutsam verfeinert

Die OM‑5 Mark II bleibt auf den ersten Blick ihrem bewährten Design treu: klein, leicht, wetterfest – ein ideales Werkzeug für Reisefotografen und -fotografinnen, Outdoor-Fans und kreative Allrounder. Doch wer sie in die Hand nimmt, merkt schnell: Hier steckt mehr dahinter als nur ein hübsches Gehäuse mit Retro-Charme.

Schon die OM‑5 war wohl nie darauf ausgelegt, in Datenblatt-Vergleichen mit Hardware zu glänzen. Stattdessen punktete sie dort, wo es draußen in der Praxis zählt: mit einem durchdachten Funktionsumfang, robuster Bauweise und erstaunlich vielen Profi-Features im kleinen Gehäuse. Live Composite, Fokus-Stacking, High-Res-Shot, Starry Sky AF, eine der besten Bildstabilisierungen am Markt – das alles gab es schon in der Mark I. Nicht als Gimmick, sondern als Werkzeuge, die sich im Alltag bewährt haben.

Die Mark II bringt genau an diesen Stellen kleine, aber sinnvolle Updates. Live ND wurde erweitert, die Stabilisierung verbessert, Video- und Audiofunktionen modernisiert. Keine Sensation, aber ein Feinschliff, der für viele einen Unterschied machen kann – vor allem für alle, die gerne leicht unterwegs sind und Wert auf Verlässlichkeit legen.

Natürlich bleibt die Kamera im direkten Vergleich z in einigen Bereichen limitiert. Aber dafür gibt’s: weniger Gewicht, weniger Packmaß und mehr Unauffälligkeit. Und das macht die OM‑5 Mark II zu dem, was sie auch schon ihre Vorgängerin war: ein vielseitiges Werkzeug für alle, die draußen unterwegs sind und lieber fotografieren als schleppen.

Besseres Video – auch für Content Creator

Im Videobereich hat die OM‑5 Mark II spürbar zugelegt. Zwar bleibt es bei maximal 4K mit 30 Bildern pro Sekunde, aber:

Die Datenrate wurde erhöht (bis zu 240 Mbit/s bei C4K), die Kamera unterstützt jetzt auch ALL-I-Kompression bei Full HD – ideal für hochwertige Nachbearbeitung, und wer Audioqualität großschreibt, freut sich über 24-bit/96kHz-Tonaufnahme – das gab’s beim Vorgängermodell noch nicht.

Zudem mit dabei: ein neuer Red-Frame-Recorderahmen zur besseren Sichtbarkeit laufender Aufnahmen und Vertical Video – besonders praktisch für Social-Media-Inhalte.

OM System OM-5 Mark II Beispielbild Natur
OM System OM-5 Mark II Beispielbild Natur
OM System OM-5 Mark II Beispielbild Natur
OM System OM-5 Mark II Beispielbild HDR
OM System OM-5 Mark II Beispielbild Archtiektur
OM System OM-5 Mark II Beispielbild Natur

Weitere verbesserte oder neue Features in der OM-5 Mark II

Stärkere Bildstabilisierung
Die Fünf-Achsen-Bildstabilisierung wurde weiter optimiert. Während die erste OM‑5 bereits bis zu 6,5 Belichtungsstufen ausglich, schafft die neue Mark II bis zu 7,5 EV in Kombination mit kompatiblen Sync‑IS‑Objektiven. Das bringt mehr Spielraum bei Low-Light-Aufnahmen und macht verwacklungsfreie Freihand-Shots noch zuverlässiger – selbst bei längeren Brennweiten.

Live ND jetzt bis ND16
Die digitale Live-ND-Funktion wurde überarbeitet und bietet nun bis zu ND16 – ideal für Langzeitbelichtungen bei Tageslicht, ohne Filter zu schrauben. Besonders praktisch: Der Effekt lässt sich live im Sucher oder Display simulieren, sodass die Bildwirkung direkt überprüft werden kann.

Fokus-Stacking & Astro-AF
Auch im Bereich der Computational Photography wurde nachgelegt: Der bereits bekannte Starry Sky AF wurde nochmals verbessert, ebenso das Fokus-Stacking, das nun mit einer breiteren Auswahl an M.Zuiko-Objektiven funktioniert. Für Makro- und Landschaftsfans bedeutet das: mehr kreative Kontrolle mit weniger Aufwand.

Optimiertes User Interface
Das bewährte Menü bleibt erhalten, wurde aber um zusätzliche Touch-Funktionen erweitert. So lässt sich etwa der AF-Bereich direkt per Fingerwisch anpassen. Der elektronische Sucher (2,36 Mio. Punkte) und das 3-Zoll-Touchdisplay sind gleich geblieben, bieten aber nun adaptive Helligkeitseinstellungen und feinere Justiermöglichkeiten für Farbe und Kontrast.

Jetzt mit UVC/UAC & USB-C
Ein weiteres Update betrifft die Anschlussvielfalt: Die OM‑5 Mark II kann als Webcam verwendet werden (UVC/UAC), überträgt dabei auch Ton – ideal für Livestreaming oder hochwertige Videokonferenzen. Und auch beim Laden zeigt sich das Update praktisch: Die Kamera verfügt nun über einen USB-C-Port mit Ladefunktion – die Mark I nutzte noch Micro-USB.

OM System OM-5 Mark II vs. OM-3 vs. OM-1 Mark II

Daten OM 5 Mark II OM 3 OM 1 Mark II
Sensor 4/3″ Live MOS 4/3″ Stacked BSI CMOS (Sony IMX472) 4/3″ Stacked BSI Live MOS
Prozessor TruePic IX TruePic X TruePic X Dual Quad‑Core
Megapixel ca. 20,4 ca. 20,4 ca. 20,4
Sucher OLED, 2,36 Mio. P. OLED, 2,36 Mio. P. OLED, 5,76 Mio. P.
Monitor 3,0″ Touch, 1,04 Mio. P. 3,0″ Touch, 1,62 Mio. P. 3,0″ Touch, 1,62 Mio. P.
Bildstabilisator 5-Achsen IBIS, bis 7,5 EV 5-Achsen IBIS, bis 7,5 EV 5-Achsen IBIS, bis 8,5 EV
Video C4K 24p / 4K 30p, FHD 60p, FHD 120p S&Q 4K 60p, FHD 240p 4K 60p, FHD 240p
Autofokus 121 PDAF, Starry Sky AF Quad‑Pixel AF, 1 053 Punkte > 1 000 PDAF‑Punkte, KI‑Unterstützung
Anschlüsse USB‑C, Micro‑HDMI, Mikro‑In, Remote, UVC/UAC USB‑C, HDMI, Mikro & Kopfhörer USB‑C, HDMI, Mikro & Kopfhörer
Speicher 1× SD UHS‑II 1× SD UHS‑II 2× SD UHS‑II
Wetterschutz IP53, bis –10 °C IP53, bis –10 °C IP53, bis –10 °C
Maße (B×H×T) 125,3 × 85,2 × 52,0 mm 139 × 92 × 45,8 mm 134,8 × 91,6 × 72,7 mm
Gewicht ca. 418 g (inkl. Akku & Karte) ca. 496 g ca. 600 g
OM System OM-5 Mark II Testbericht Fazit

Fazit: Kleines Update – große Wirkung für die Praxis?

Die OM‑5 Mark II bleibt ihren Wurzeln treu – und das ist Fluch und Segen zugleich. Wer auf einen komplett neuen Sensor oder radikale Hardware-Neuerungen gehofft hat, wird hier keine Revolution finden. Die Auflösung, das Gehäuse und die Basisspezifikationen bleiben weitgehend identisch zur ersten OM‑5.

Aber: Gerade bei den cleveren Software-Verbesserungen zeigt sich, wie OM System seine Kameras sinnvoll weiterdenkt. Live ND, feinere Videofunktionen, Audio auf Studiostandard und die USB-C-Webcam-Funktionalität bringen in der Praxis mehr Komfort, mehr Möglichkeiten und mehr kreative Freiheit – und genau darum geht es am Ende beim Fotografieren.