OM System OM-5 Mark II im Praxistest
Bewährtes Konzept, gezielt verbessert
Mit der OM‑5 Mark II bringt OM System ein Update, das nicht auf Revolution, sondern auf sinnvolle Evolution setzt. Äußerlich fast unverändert, konzentrieren sich die Neuerungen auf die inneren Werte – insbesondere dort, wo es in der Praxis zählt: Bildstabilisierung, Video, Audio und digitale Funktionen.
Technische Daten der OM-5 Mark II
- Sensor: 4/3 Live MOS Sensor
- Megapixel: 20,4 Megapixel
- Sucher: OLED-Sucher, ca. 2,36 Millionen Bildpunkte
- Display: 3,0-Zoll Touchscreen, ca. 1,04 Millionen Bildpunkte, schwenkbar
- Bildstabilisator: intern, 5-Achsen-IS bis zu 7,5 EV (mit Sync-IS)
- Video: C4K 24p / 4K 30p / FullHD 60p / Zeitlupe mit bis zu 120 fps
- Anschlüsse: USB-C, Micro-HDMI, Mikrofonbuchse (3,5 mm), Remote-Anschluss
- Speicher: 1x SD-Kartenslot (UHS-II-kompatibel)
- Maße: 125,3 mm (B) x 85,2 mm (H) x 52,0 mm (T)
- Gewicht: ca. 418 Gramm (einsatzbereit inkl. Akku & Karte)
Bewährtes Konzept, behutsam verfeinert
Die OM‑5 Mark II bleibt auf den ersten Blick ihrem bewährten Design treu: klein, leicht, wetterfest – ein ideales Werkzeug für Reisefotografen und -fotografinnen, Outdoor-Fans und kreative Allrounder. Doch wer sie in die Hand nimmt, merkt schnell: Hier steckt mehr dahinter als nur ein hübsches Gehäuse mit Retro-Charme.
Schon die OM‑5 war wohl nie darauf ausgelegt, in Datenblatt-Vergleichen mit Hardware zu glänzen. Stattdessen punktete sie dort, wo es draußen in der Praxis zählt: mit einem durchdachten Funktionsumfang, robuster Bauweise und erstaunlich vielen Profi-Features im kleinen Gehäuse. Live Composite, Fokus-Stacking, High-Res-Shot, Starry Sky AF, eine der besten Bildstabilisierungen am Markt – das alles gab es schon in der Mark I. Nicht als Gimmick, sondern als Werkzeuge, die sich im Alltag bewährt haben.
Die Mark II bringt genau an diesen Stellen kleine, aber sinnvolle Updates. Live ND wurde erweitert, die Stabilisierung verbessert, Video- und Audiofunktionen modernisiert. Keine Sensation, aber ein Feinschliff, der für viele einen Unterschied machen kann – vor allem für alle, die gerne leicht unterwegs sind und Wert auf Verlässlichkeit legen.
Natürlich bleibt die Kamera im direkten Vergleich z in einigen Bereichen limitiert. Aber dafür gibt’s: weniger Gewicht, weniger Packmaß und mehr Unauffälligkeit. Und das macht die OM‑5 Mark II zu dem, was sie auch schon ihre Vorgängerin war: ein vielseitiges Werkzeug für alle, die draußen unterwegs sind und lieber fotografieren als schleppen.
Besseres Video – auch für Content Creator
Im Videobereich hat die OM‑5 Mark II spürbar zugelegt. Zwar bleibt es bei maximal 4K mit 30 Bildern pro Sekunde, aber:
Die Datenrate wurde erhöht (bis zu 240 Mbit/s bei C4K), die Kamera unterstützt jetzt auch ALL-I-Kompression bei Full HD – ideal für hochwertige Nachbearbeitung, und wer Audioqualität großschreibt, freut sich über 24-bit/96kHz-Tonaufnahme – das gab’s beim Vorgängermodell noch nicht.
Zudem mit dabei: ein neuer Red-Frame-Recorderahmen zur besseren Sichtbarkeit laufender Aufnahmen und Vertical Video – besonders praktisch für Social-Media-Inhalte.
Weitere verbesserte oder neue Features in der OM-5 Mark II
Stärkere Bildstabilisierung
Die Fünf-Achsen-Bildstabilisierung wurde weiter optimiert. Während die erste OM‑5 bereits bis zu 6,5 Belichtungsstufen ausglich, schafft die neue Mark II bis zu 7,5 EV in Kombination mit kompatiblen Sync‑IS‑Objektiven. Das bringt mehr Spielraum bei Low-Light-Aufnahmen und macht verwacklungsfreie Freihand-Shots noch zuverlässiger – selbst bei längeren Brennweiten.
Live ND jetzt bis ND16
Die digitale Live-ND-Funktion wurde überarbeitet und bietet nun bis zu ND16 – ideal für Langzeitbelichtungen bei Tageslicht, ohne Filter zu schrauben. Besonders praktisch: Der Effekt lässt sich live im Sucher oder Display simulieren, sodass die Bildwirkung direkt überprüft werden kann.
Fokus-Stacking & Astro-AF
Auch im Bereich der Computational Photography wurde nachgelegt: Der bereits bekannte Starry Sky AF wurde nochmals verbessert, ebenso das Fokus-Stacking, das nun mit einer breiteren Auswahl an M.Zuiko-Objektiven funktioniert. Für Makro- und Landschaftsfans bedeutet das: mehr kreative Kontrolle mit weniger Aufwand.
Optimiertes User Interface
Das bewährte Menü bleibt erhalten, wurde aber um zusätzliche Touch-Funktionen erweitert. So lässt sich etwa der AF-Bereich direkt per Fingerwisch anpassen. Der elektronische Sucher (2,36 Mio. Punkte) und das 3-Zoll-Touchdisplay sind gleich geblieben, bieten aber nun adaptive Helligkeitseinstellungen und feinere Justiermöglichkeiten für Farbe und Kontrast.
Jetzt mit UVC/UAC & USB-C
Ein weiteres Update betrifft die Anschlussvielfalt: Die OM‑5 Mark II kann als Webcam verwendet werden (UVC/UAC), überträgt dabei auch Ton – ideal für Livestreaming oder hochwertige Videokonferenzen. Und auch beim Laden zeigt sich das Update praktisch: Die Kamera verfügt nun über einen USB-C-Port mit Ladefunktion – die Mark I nutzte noch Micro-USB.