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13.05.2026

Sony FE 100-400mm F4.5 G Master OSS im Praxistest

Neues Profi-Telezoom für Wildlife, Sport und schnelle Motive

Autor: Florian Kunde

Sony FE 100-400mm F4.5 G Master OSS Test

Mit dem neuen Sony FE 100-400mm F4.5 G Master OSS bringt Sony kein klassisches Update des bestehenden 100–400mm heraus, sondern ein komplett neues Telezoom mit klar professioneller Ausrichtung. Das ursprüngliche Modell aus dem Jahr 2017 galt ohnehin schon als eines der stärksten Telezooms im Sony-System. Genau deshalb macht Sony direkt klar: Hier geht es nicht um eine Version II, sondern um eine völlige Neuentwicklung. 

Getestet wurde das Objektiv an der neuen Sony Alpha 7R VI mit ihren 67 Megapixeln. Also an einer Kamera, die optische Schwächen gnadenlos sichtbar macht. Zum Einsatz kam das Telezoom sowohl im Naturschutzgebiet Raakmoor für Wildlife-Aufnahmen als auch beim Handball der ersten Bundesliga.

Technische Daten

  • Bajonett: Sony E-Mount
  • Brennweitenbereich: 100 - 400 mm
  • Blende: f4.5 - f22
  • Blendenlamellen: 11
  • Linsen/Gruppen: tba
  • Speziallinsen: XA-, Super-ED- und ED-Elemente
  • Autofokus: 4 XD-Linearmotoren
  • Abbildungsmaßstab: tba
  • Naheinstellgrenze: tba
  • Filterdurchmesser: Drop-in-Filter-System
  • Wetterschutz: ja
  • Maße: 119,8 x 328 mm
  • Gewicht: 1.840 g
Sony 100-400mm f4.5 GM OSS Produktbild
Sony 100-400mm f4.5 GM OSS Produktbild 2

Bildqualität

Die Bildschärfe des neuen Sony FE 100-400mm F4.5 G Master OSS gehört klar zu den größten Stärken dieses Objektivs. Selbst starke Ausschnittsvergrößerungen bleiben beeindruckend detailreich. Gerade bei Wildlife-Aufnahmen merkt man schnell, wie viel Reserve dieses Objektiv bietet.

Im Raakmoor konnten verschiedenste heimische Vogelarten fotografiert werden. Selbst feine Strukturen im Gefieder bleiben beim Hineinzoomen sauber erhalten. Besonders beeindruckend ist dabei die hohe Schärfe bis in die Bildecken hinein. Laut Sony wurde genau daran intensiv gearbeitet, was auch die gezeigten MTF-Charts der Präsentation unterstreichen. 

Auch optisch leistet sich das Objektiv in der Praxis kaum Schwächen. Chromatische Aberrationen fallen praktisch nicht auf. Ghosting war selbst bei Gegenlicht kaum ein Thema und sichtbare Vignettierungen sucht man ebenfalls weitgehend vergebens. Der Kontrast bleibt selbst bei schwierigen Lichtbedingungen erstaunlich stabil.

Sony setzt intern unter anderem auf XA-, Super-ED- und ED-Elemente sowie eine Nano-AR-II-Vergütung zur Reduzierung von Reflexionen und Farbsäumen. Entscheidend ist am Ende aber ohnehin das Ergebnis und das stimmt hier definitiv.

Bokeh und Lichtstärke

erade bei einem Telezoom dieser Klasse ist die durchgängige Blende von f4.5 ein echter Vorteil. Die Belichtung bleibt beim Zoomen konstant. Das macht in der Praxis bei schnellen Motiven einen deutlichen Unterschied.

11 Blendenlamellen sorgen zusätzlich für ein angenehm ruhiges Bokeh. Gerade bei Wildlife-Aufnahmen hilft das enorm dabei, Tiere sauber vom Hintergrund zu trennen. Hintergründe wirken weich und unaufgeregt, ohne künstlich auszusehen.


Das Sony 100-400mm f4.5 GM OSS in Aktion

In unserem Test zur neuen Sony Alpha 7R VI haben wir auch das neue 100-400mm f4.5 GM OSS testen können. Wenn du also wissen möchtest, wie die beiden neuesten Geniestreiche von Sony zusammenarbeiten, dann schaue unser neues Video auf YouTube.


Autofokus

ony positioniert das Objektiv klar für Wildlife, Birding, Sport und Fotojournalismus. Genau dort fühlt sich das neue 100–400mm auch zuhause. 

Beim Handball konnte das Objektiv schnelle Spielzüge, Richtungswechsel und Sprünge problemlos mitgehen. Zusammen mit dem Autofokus der Alpha 7R VI entsteht ein Setup, das bewegte Motive nahezu mühelos verfolgt.

Sony selbst spricht von einer dreifach höheren AF-Geschwindigkeit und einer um 50 Prozent verbesserten Tracking-Performance gegenüber dem bisherigen 100–400mm. Ob die Zahlen exakt stimmen, lässt sich natürlich schwer messen. In der Praxis merkt man aber sofort, dass dieses Objektiv extrem schnell und präzise arbeitet.

Die Fokusmotoren arbeiten zudem angenehm leise. Gerade bei Wildlife oder Videoaufnahmen ist das ein wichtiger Punkt.

Nahbereich und Telekonverter

Überraschend stark fällt die Nahbereichsleistung aus. Für ein Telezoom dieser Klasse kommt man erstaunlich nah an Motive heran. Natürlich ersetzt das kein echtes Makroobjektiv, in der Praxis fühlt sich das teilweise aber fast schon danach an.

Wer noch mehr Reichweite benötigt, kann zusätzlich Telekonverter nutzen. Laut Sony bleibt dabei die volle G-Master-Qualität erhalten. 

Sony 100-400mm f4.5 G Master OSS Beispielfoto Birding
Sony 100-400mm f4.5 G Master OSS Beispielfoto Sport Action
Sony 100-400mm f4.5 G Master OSS Beispielfoto Sport Action
Sony 100-400mm f4.5 G Master OSS Beispielfoto Vogel im Flug

Verarbeitung und Handling

Trotz seiner professionellen Ausrichtung bleibt das neue 100–400mm erstaunlich handlich. Das Objektiv setzt auf einen Innenzoom. Beim Zoomen fährt also nichts aus. Gerade bei Wildlife oder Sport fühlt sich das deutlich hochwertiger und stabiler an.

Mit 328 mm Länge und rund 1.840 g Gewicht wirkt das Objektiv im Einsatz fast eher wie ein großes 70–200 mm als wie ein klassisches Supertelezoom.

Auch die Bedienung ist sehr durchdacht. Neben AF/MF-Schalter, Fokus-Limiter und SteadyShot-Schaltern gibt es vier frei belegbare Fokus-Halte-Buttons, einen Funktionsring sowie einen Zoomring mit einstellbarem Widerstand.

Besonders praktisch ist der Drop-in-Filter-Slot. Statt riesige Frontfilter kaufen zu müssen, lassen sich kleine Filter direkt hinten einsetzen. Gerade für ND- oder Polfilter ist das eine elegante Lösung.

Schade ist lediglich, dass Sony keine Arca-Swiss-kompatible Stativschelle integriert hat. Dafür besitzt der Rotationsmechanismus definierte Klickpunkte, was den Wechsel ins Hochformat deutlich angenehmer macht.

Sony FE 100-400mm f4.5 G Master OSS

Unser Fazit zum Sony FE 100-400mm f4.5 G Master OSS

Das Sony FE 100-400mm F4.5 G Master OSS ist ein beeindruckendes Telezoom. Die Bildqualität ist hervorragend, der Autofokus extrem schnell und das Handling für ein Objektiv dieser Klasse überraschend angenehm.

Vor allem Wildlife-, Sport- und Pressefotografen dürften hier genau das finden, was sie suchen: maximale Leistung ohne größere Kompromisse.