Panasonic S 100-500mm f5-7.1 - Supertele im Praxistest
Reichweite trifft Alltagstauglichkeit: 100–500 mm im kompakten L-Mount-Zoom, getestet in Hamburg
Ein neues Supertele für das L-Mount-System sorgt für Aufsehen: Das Panasonic Lumix S 100–500mm f5–7.1 OIS bringt enorme Reichweite in einem überraschend kompakten Gehäuse. Mit weniger als 20 cm Länge und rund 1,29 kg Gewicht gehört es zu den handlichsten Zooms seiner Klasse. Ich habe das Objektiv ausprobiert und berichte hier von meinen Eindrücken.
Technische Daten des Lumix S 100-500 mm F5-7.1 OIS
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Bajonett: L-Mount
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Brennweitenbereich: 100–500 mm (mit Telekonverter bis 1000 mm)
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Blende: f5–7.1 / f29–40
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Blendenlamellen: 11 (kreisförmige Öffnung)
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Linsen/Gruppen: 19 / 12
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Speziallinsen: 2 x UED, 2 x ED, 2 x UHR
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Autofokus: Dual-Phasen-Linearmotor
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Abbildungsmaßstab: 0,16x (W) / 0,36x (T)
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Naheinstellgrenze: 0,8 m (W) / 1,5 m (T)
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Filterdurchmesser: 82 mm
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Bildstabilisierung: O.I.S. / Dual I.S. 2 kompatibel (bis 7 Blendenstufen)
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Wetterschutz: Staub-, spritzwasser- und frostbeständig (bis –10 °C)
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Maße: Ø 92,0 × 196,1 mm
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Gewicht: 1.285 g
Verarbeitung und Handling
Trotz seines großen Brennweitenbereichs ist das 100–500mm erstaunlich kompakt gebaut. Mit knapp unter 20 cm Länge passt es problemlos in eine Fototasche, ohne dass man gleich ein Stativ mitschleppen muss. Das Gehäuse wirkt solide, die Gummierungen an Zoom- und Fokusring geben ein sicheres Gefühl. Ein zusätzlicher Ring erlaubt es, den Fokuswiderstand zwischen „smooth“ und „tight“ einzustellen. Das ist praktisch, weil man je nach Motiv lieber leichtgängiger oder etwas straffer arbeiten möchte.
Die Stativschelle ist Arca-Swiss-kompatibel, wodurch sich das Objektiv schnell auf gängigen Stativen befestigen lässt. Im Einsatz kann sie beim Zoomen etwas im Weg sein, lässt sich aber verschieben. Zudem gibt es eine frei belegbare Funktionstaste direkt am Objektiv, sodass wichtige Einstellungen jederzeit griffbereit sind. Auch an den Schutz hat Panasonic gedacht: Staub- und Spritzwasserschutz sowie Frostbeständigkeit bis –10 °C machen das Objektiv zu einem robusten Begleiter.
Zum YouTube Review des S 100-500mm Tele-Zooms
Erlebe das Panasonic Lumix S 100–500mm f5–7.1 OIS in Aktion! In unserem YouTube-Video zeigen wir dir, wie kompakt dieses Supertele wirklich ist und welche Leistung es in der Praxis bringt. Getestet haben wir es direkt in Hamburg und dabei spannende Eindrücke gesammelt. Jetzt ansehen und das Objektiv im Einsatz erleben.
Autofokus, Stabilisierung und Funktionen
Im Inneren arbeitet ein Dual-Phasen-Linearmotor, der den Autofokus schnell, präzise und nahezu lautlos bewegt. Bei meinen Tests war der Fokus treffsicher, auch bei bewegten Motiven. Das ist nicht nur für Wildlife und Sport entscheidend, sondern macht das Objektiv auch für Video interessant. Hier punktet es zusätzlich mit minimalem Focus Breathing und einer Blendensteuerung in feinen Schritten, was sanfte Belichtungsübergänge erlaubt.
Ein weiteres Highlight ist die optische Stabilisierung, die in Verbindung mit dem kamerainternen System bis zu sieben Blendenstufen kompensiert. Gerade bei 500mm macht das einen gewaltigen Unterschied: Freihand-Aufnahmen sind problemlos möglich, wo man sonst unbedingt ein Stativ bräuchte. Wer noch mehr Reichweite möchte, kann Telekonverter nutzen. Mit dem 2x-Konverter wird das Zoom zu einem 200–1000mm – eine beeindruckende Brennweite, die dennoch handhabbar bleibt. Clever gelöst ist die Zoom-Begrenzung: Wird sie aktiviert, lässt sich das Objektiv nur bis 150mm einfahren. So bleibt genug Platz für den Konverter, ohne dass das Objektiv unnötig groß wird.
Bildqualität und Praxis
Schon bei Offenblende liefert das 100–500mm eine durchgehend hohe Schärfe über das gesamte Bildfeld. Selbst bei 500mm bleibt die Abbildung klar und kontrastreich. Vignettierung und Verzerrungen sind sehr gut kontrolliert, chromatische Aberrationen ließen sich in meinen Tests kaum provozieren. Lediglich in Extremsituationen mit starkem Gegenlicht zeigten sich minimale Farbsäume, die aber im Alltag kaum relevant sind.
Im Nahbereich überzeugt das Bokeh mit einer weichen Hintergrundauflösung. Für Detailaufnahmen oder Portraits im Telebereich entstehen sehr schöne Freistellungen. Auf größere Distanz kann das Bokeh etwas unruhiger wirken, doch insgesamt bleibt der Eindruck positiv. In der Praxis bedeutet das: Egal ob Vögel im Flug, Motorsport oder Landschaften in weiter Ferne – das Objektiv liefert konsistente Ergebnisse.
Besonders reizvoll finde ich die Kombination aus Reichweite und Handlichkeit. Ein 500mm-Objektiv, das noch bequem in die Tasche passt und sich auch auf längeren Touren tragen lässt, ist gerade für Naturfotografen ein echter Gewinn. Statt sich zwischen Festbrennweiten oder schweren Zooms entscheiden zu müssen, bekommt man hier eine flexible Lösung, die auf Reisen, im Wildlife-Bereich oder auch für Sportveranstaltungen funktioniert.