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24.02.2026

Nikon Nikkor Z 70-200mm f2.8 VR S II – Produktvorstellung

Wenn sehr gut noch besser wird

Autor: Florian Kunde

Nikon NIKKOR Z 70-200mm f2.8 VR S II

Als Nikon 2020 das Nikkor Z 70-200mm f2.8 VR S vorgestellt hat, war schnell klar, dass hier kein Kompromiss eingegangen wurde. Hohe Schärfe über den gesamten Brennweitenbereich, schneller Autofokus, zuverlässige Stabilisierung. Für viele war es das Telezoom im Z-System.

Umso spannender ist jetzt die zweite Generation. Warum ein Update, wenn der Vorgänger bereits auf so hohem Niveau arbeitet? Die Situation erinnert stark an das Nikkor Z 24-70mm f2.8 VR II. Auch dort war der erste Eindruck: Das Original ist doch schon exzellent. Und trotzdem hat Nikon es geschafft, Handling und Leistung noch einmal spürbar zu verbessern. Genau diesen Weg geht man nun auch beim 70-200mm.

Technische Daten des Nikkor Z 70-200mm f2.8 VR S II

  • Bajonett: Nikon Z
  • Brennweitenbereich: 70 – 200mm
  • Blende: f2.8
  • Blendenlamellen: 11
  • Autofokus: ja, Multi-Fokus-System mit Silky Swift VCM
  • Bildstabilisierung: ja, bis zu 6 Stufen VR
  • Gewicht: 998 g (ohne Stativadapter)
  • Länge: ca. 208 mm
  • Durchmesser: ca. 90 mm
  • Stativschelle: abnehmbar, Arca-Swiss kompatibel
  • Interner Zoom: ja
  • Wetterschutz: ja
Nikon NIKKOR Z 70-200mm f2.8 VR S II - Ansicht 1
Nikon NIKKOR Z 70-200mm f2.8 VR S II - Ansicht 2

Deutlich leichter, kompakter und besser ausbalanciert

Eine der auffälligsten Änderungen ist das Gewicht. Mit nur noch 998 g ohne Stativadapter ist das neue 70-200mm rund 26 Prozent leichter als sein Vorgänger. Gleichzeitig wurde es etwa 12 mm kürzer. Auf dem Papier sind das nüchterne Zahlen, in der Praxis macht sich das jedoch sofort bemerkbar.

Gerade an kompakten Z-Kameras wirkt das Objektiv deutlich harmonischer. Das Setup fühlt sich ausgewogener an, weniger frontlastig, angenehmer bei längeren Einsätzen. Wer viel aus der Hand fotografiert oder mit einem Gimbal arbeitet, profitiert zusätzlich vom internen Zoommechanismus. Der Tubus fährt beim Zoomen nicht aus, wodurch die Balance konstant bleibt. Auch schweres Zubehör an der Front, etwa große Filter oder Matteboxen, bleibt stabil positioniert.

Für Sport-, Event- oder Wildlife-Fotografen, die häufig mehrere Stunden am Stück arbeiten, ist das ein echter Praxisvorteil.

Optimiert für hybride Einsätze

Ein klarer Schwerpunkt der zweiten Generation liegt auf der Videotauglichkeit. Das Fokus Breathing wurde sichtbar reduziert, was vor allem bei Fokusfahrten oder im Interview-Setting relevant ist. Der Bildwinkel verändert sich beim Scharfstellen weniger stark, Übergänge wirken natürlicher.

Das Multi-Fokussiersystem arbeitet zudem schneller und präziser. Gerade im Telebereich ist eine zuverlässige und schnelle Nachführung entscheidend, sei es bei Sport, Action oder Tierfotografie. Gleichzeitig wurde der Autofokus leiser abgestimmt, was im Videoeinsatz ein klarer Vorteil ist.

Entscheidend dafür ist der neue Silky Swift VCM Motor. Während die erste Generation noch auf einen Stepping-Motor setzte, kommt nun ein leistungsstärkeres Antriebssystem zum Einsatz. Das sorgt für schnellere Reaktionszeiten, präzisere Fokusnachführung und eine deutlich ruhigere Arbeitsweise – vor allem bei Video ein spürbarer Fortschritt.

In Kombination mit der konstanten Lichtstärke von f2.8 und der leistungsfähigen VR-Stabilisierung bleibt das Objektiv ein echtes Arbeitstier für Low-Light, dynamische Motive und anspruchsvolle Situationen.

Nikon NIKKOR Z 70-200mm f2.8 VR S II - Beispielfoto

Neue optische Formel mit Feinschliff

Auch optisch wurde nachgelegt. Nikon setzt auf zusätzliche asphärische Elemente sowie Super ED- und SR-Glas, um chromatische Aberrationen noch effektiver zu kontrollieren. Die verschiedenen Beschichtungen reduzieren Streulicht und Geisterbilder, was vor allem bei Gegenlichtsituationen sichtbar wird.

Die Blende mit 11 Lamellen wurde ebenfalls weiter optimiert. Ziel ist ein weicheres, gleichmäßigeres Bokeh mit natürlicheren Übergängen. Gerade im Porträtbereich oder bei isolierten Details im Telebereich spielt das eine wichtige Rolle. Das 70-200mm f2.8 bleibt damit nicht nur ein Sport- oder Eventobjektiv, sondern auch ein starkes Werkzeug für hochwertige Porträts mit ruhigem Hintergrund.

Praxisnahe Detailverbesserungen

Neben Gewicht und Optik hat Nikon auch an den Details gearbeitet. Die Stativschelle ist nun Arca-Swiss kompatibel. Das spart zusätzliche Adapterplatten und vereinfacht den Wechsel zwischen Stativ und Gimbal erheblich.

Das OLED-Display, das beim Vorgänger integriert war, wurde gestrichen. Viele Anwender haben es kaum genutzt. Stattdessen konzentriert man sich auf funktionale Bedienelemente. Der Kontrollring ist entklickbar, was Videofilmer freuen dürfte. Zudem wurde die Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit weiter verbessert, sodass das Objektiv auch unter widrigen Bedingungen zuverlässig arbeitet.

Nikon hat hier offensichtlich echtes Anwenderfeedback in die Entwicklung einfließen lassen. Ein sehr gutes Zeichen, auch für weitere Neuentwicklungen.

Nikon NIKKOR Z 28-135mm f/4 PZ - Fazit

Fazit: Ein Werkzeug für moderne Kreative

Das Nikkor Z 70-200mm f2.8 VR S II ist kein revolutionärer Neubeginn. Es ist die konsequente Weiterentwicklung eines bereits sehr starken Objektivs.

Leichter, kompakter, besser ausbalanciert, mit reduziertem Fokus Breathing und einer nochmals verfeinerten Optik. Nikon perfektioniert hier ein zentrales Arbeitstool im Z-System. Wer maximale Leistung in diesem Brennweitenbereich sucht, bekommt mit der zweiten Generation ein Telezoom, das technisch wie ergonomisch auf dem aktuellen Stand ist.