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26.03.2026

DJI AVATA 360 - 360°-Drohne mit kreativem Ansatz

Mehr kreative Freiheit durch Reframing und flexible Aufnahmemodi

Autor: Florian Kunde

DJI Flip Drohne

Mit der DJI Avata 360 bringt DJI erstmals eine Drohne auf den Markt, die konsequent auf 360°-Video ausgelegt ist. Damit wandert ein Trend, den viele bereits von Actioncams kennen, jetzt endgültig in die Luft. Das verändert nicht nur die Technik, sondern vor allem die Art, wie Aufnahmen entstehen und später genutzt werden.

Technische Daten der DJI AVATA 360

  • Kamera:

    • Dual-Fisheye-System
      2 × 1/1.1 Zoll CMOS
      Blende f1.9

  • Foto:

    • 360° RAW (in Zukunft per Software unterstützt)

    • Dateiformat: RAW (DNG) / JPEG

  • Video:

    • 360°: 8K bis 60p

    • 360°: 6K bis 60p

    • Single Lens: 4K bis 60p

    • Zeitlupe: 2.7K bis 120p

  • Farbprofil: D-Log M

  • Flugzeit: Ca. 23 Minuten

  • Max. Windwiderstand: 10,7 m/s

  • Max. Starthöhe: 4500 m

  • Übertragung: O4+ System, bis zu 20 km (FCC)

  • Speicher: microSD-Karte

  • Gewicht: Ca. 455 g

DJI AVATA 360 Übersicht
DJI AVATA 360 draufsicht
DJI AVATA 360 von unten

360° aus der Luft: Mehr Freiheit, aber nicht ohne Kompromisse

360°-Kameras stehen seit Jahren für maximale kreative Freiheit. Ein Clip, viele Perspektiven. Genau diesen Ansatz überträgt DJI jetzt auf eine Drohne.

Die Avata 360 erfasst mit zwei Kameras gleichzeitig die komplette Umgebung. Das bedeutet in der Praxis: Du entscheidest erst im Schnitt, welchen Bildausschnitt du wirklich zeigen willst. Kamerafahrten lassen sich nachträglich simulieren, Perspektiven flexibel wechseln.

Das eröffnet enorme Möglichkeiten, gerade für Social Media und dynamische Inhalte.

Ein bekannter Nachteil bleibt aber bestehen. Auch bei 8K 360°-Video verliert das Bild sichtbar an Qualität, sobald man in einzelne Ausschnitte hineinzoomt. Gleichzeitig relativiert sich das in der Praxis etwas, da ein großer Teil der Inhalte heute auf Smartphones konsumiert wird. Auf kleinen Displays fällt dieser Qualitätsverlust deutlich weniger ins Gewicht und passt damit gut zur Zielgruppe solcher Inhalte.

Zwei Modi, ein System

DJI geht hier einen entscheidenden Schritt weiter. Die Avata 360 ist nicht nur eine 360°-Drohne, sondern lässt sich auch im klassischen Einzelkamera-Modus nutzen.

In diesem Modus filmt sie mit bis zu 4K 60fps und verhält sich wie eine typische FPV-Drohne. Wer maximale Flexibilität will, nutzt 360°. Wer klassische, möglichst saubere Aufnahmen benötigt, wechselt in den normalen Modus.

Die Drohne positioniert sich damit klar zwischen einem neuartigen 360°-System und einer klassischen FPV-Drohne. Genau diese Kombination macht sie interessant.

DJI Flip Frontansicht

Technik: 8K, große Sensoren und LiDAR

DJI setzt auf zwei Kameras, die gemeinsam ein besonders großes Sichtfeld abdecken. Jede Kamera nutzt einen Sensor im 1/1.1-Zoll-Format. Zusammengenommen ergibt sich damit eine Bildfläche, die in etwa auf dem Niveau eines 1-Zoll-Sensors liegt. Entscheidend ist hier weniger die einzelne Kamera, sondern das Zusammenspiel beider Perspektiven.

Die maximale Auflösung liegt bei 8K 60fps im 360°-Modus. Dazu kommen große Pixel, eine Blende von f1.9 und ein hoher Dynamikumfang. Gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen sollte das für stabile Ergebnisse sorgen.

Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein LiDAR-System an der Front. In Kombination mit den Kameras ermöglicht das eine Hinderniserkennung in alle Richtungen, zumindest im 360°-Modus.

Flugverhalten: Agil statt maximal stabil

Die Avata 360 ist klar auf Bewegung und kreative Perspektiven ausgelegt. Sie fühlt sich eher leicht und agil an als klassisch stabil und ruhig. Damit bewegt sie sich in einem Bereich, der zwischen kompakten Drohnen und FPV-Systemen liegt. Für lange, ruhige Cinematic-Flüge ist sie weniger gedacht. Für dynamische Aufnahmen und ungewöhnliche Blickwinkel dagegen umso mehr.

Die Flugzeit liegt bei rund 23 Minuten. Im Vergleich zu aktuellen Drohnen ist das eher auf der kurzen Seite und damit ein kleiner Nachteil. Gleichzeitig ist nachvollziehbar, wo die Energie hingeht. Zwei Kameras, permanente 360°-Aufzeichnung und 8K-Verarbeitung fordern ihren Tribut.

Ein großer Vorteil ist die flexible Steuerung. Die Avata 360 lässt sich auch mit klassischen DJI-Controllern wie dem RC 2 fliegen. Ein FPV-Headset ist also keine Voraussetzung. Das macht den Einstieg besonders einfach, vor allem für Nutzer, die bereits eine DJI-Drohne besitzen. Gleichzeitig bleibt die Option bestehen, mit Goggles und Motion Controller zu fliegen und das volle FPV-Erlebnis mitzunehmen.

Die Avata 360 wird zu einem vergleichsweise attraktiven Preis positioniert. Gerade in Kombination mit der neuen 360°-Technik wirkt das Gesamtpaket ungewöhnlich zugänglich. DJI versucht hier klar, ein neues Segment schnell in den Markt zu bringen und möglichst viele Nutzer abzuholen.

Einordnung ins DJI Lineup

Merkmal DJI Air 3S DJI Mini 5 Pro DJI Flip DJI Avata 360
Typ Dual-Kameradrohne für Reisefotografie, Landschaften und Porträts Leistungsstarke Mini-Drohne mit großem 1-Zoll-Sensor Faltbare All-in-One Kameradrohne für Vlogs 8K Premium-360°-Drohne
Bildqualität Weitwinkelkamera: 1 Zoll CMOS, 50 MP, max. 4K/60fps HDR oder 4K/120fps
Mittlere Telekamera: 1/1,3 Zoll CMOS, 48 MP, max. 4K/60fps HDR oder 4K/120fps
1 Zoll CMOS, 50 MP, max. 4K/60fps HDR oder 4K/120fps 1/1,3 Zoll CMOS, 48 MP, max. 4K/60fps HDR oder 4K/100fps Zwei 1-Zoll-360°-Bildflächen[1], 64 MP effektive Auflösung pro Sensor, maximale Videoauflösung 8K/60fps HDR
Hindernisvermeidung 1-Lux omnidirektional bei Nacht: aufwärts, abwärts, links, rechts, nach vorne, nach hinten
Ausgestattet mit vorwärtsgerichtetem LiDAR
1-Lux omnidirektional bei Nacht: aufwärts, abwärts, links, rechts, nach vorne, nach hinten
Ausgestattet mit vorwärtsgerichtetem LiDAR
Vorwärts, abwärts, 15 Lux[2]
Vorwärts 3D-Infrarotsensorsystem
1-Lux omnidirektional bei Nacht[3]: aufwärts, abwärts, links, rechts, nach vorne, nach hinten
Ausgestattet mit vorwärtsgerichtetem LiDAR
Besondere Features Dual-Kameras für Portrait- und Landschaftaufnahmen Echte vertikale Aufnahme
225° dynamische Gimbal-Drehung
Verbessertes ActiveTrack 360°
Faltbarer Rundumschutz für Propeller
Schnelle Aufnahmen ohne Fernbedienung
Grenzenlose Kreativität aus nur einer Aufnahme[4]
Spotlight Free – professionelle Aufnahmen, mühelos umgesetzt[4]
Immersives FPV-Fliegen und filmreife Luftaufnahmen in einer Drohne vereint
360°- und Einzelobjektiv, zwei flexible Modi[3]
Max. Starthöhe 6000 m 6000 m 3000 m 4500 m
Max. Windwiderstandsfähigkeit 12 m/s 12 m/s 10,7 m/s 10,7 m/s
Höchstgeschwindigkeit
(auf NHN, bei Windstille)
21 m/s (Sportmodus)
15 m/s (Normalmodus)
18 m/s (Sportmodus)[5]
15 m/s (Normalmodus)
12 m/s (Sportmodus)
8 m/s (Normalmodus)
16 m/s (Sportmodus)
16 m/s (Normalmodus)[6]
Flugzeit 45 Minuten 36 Minuten 31 Minuten 23 Minuten
Max. Videoübertragungsreichweite 20 km (FCC)
10 km (CE/SRRC/MIC)
20 km (FCC)
10 km (CE/SRRC/MIC)
13 km (FCC)
8 km (CE/SRRC/MIC)
20 km (FCC)
10 km (CE/SRRC/MIC)
Gewicht 724 g 249,9 g[7] <249 g 455 g

[1] Bei der Aufnahme von 360°-Inhalten bieten die beiden CMOS-Sensoren der Avata 360 eine effektive Bildfläche, die der eines 1-Zoll-CMOS-Sensors mit einem Seitenverhältnis von 4:3 entspricht.
[2] Die vorwärtsgerichtete Hinderniserkennung wird nur beim Fliegen im Normalmodus und im Cine-Modus sowie bei der Rückkehrfunktion unterstützt. Die intelligenten Funktionen unterstützen keine Hinderniserkennung.
[3] Die omnidirektionale Hinderniserkennung funktioniert nur auf Oberflächen mit erkennbaren Texturen und bei Lichtverhältnissen ab 1 Lux und ist ausschließlich im 360°-Modus verfügbar. Im Einzelobjektiv-Modus ist nur die vorwärtsgerichtete Hinderniserkennung verfügbar.
[4] Nur im 360°-Modus verfügbar.
[5] Gemessen mit der Intelligent Flight Battery.
[6] Standardmäßig bis zu 12 m/s im Normalmodus, in den Einstellungen auf bis zu 16 m/s anpassbar.
[7] Das Produktgewicht kann aufgrund von Unterschieden im Chargenmaterial und anderen Faktoren leicht variieren. Das tatsächliche Gewicht beträgt ca. 249,9 g ± 4 g.

DJI AVATA 360 Fazit

Fazit: Kreatives Werkzeug mit klarer Ausrichtung

Die DJI Avata 360 ist keine klassische Drohne für maximale Bildqualität. Sie ist ein Werkzeug für kreative Perspektiven.

Ihre Stärke liegt in der Flexibilität. Ein Flug liefert die Basis für viele unterschiedliche Clips. Gleichzeitig muss man die Grenzen von 360°-Material kennen und akzeptieren.

Wer genau das sucht, bekommt hier ein spannendes System mit viel Potenzial. Wer hingegen kompromisslose Bildqualität und maximale Flugzeit erwartet, wird bei klassischen Drohnen weiterhin besser aufgehoben sein.

Florian

Autor: Florian Kunde
Florian ist fester Bestandteil des Redaktionsteams von Calumet Photo Video.
Er fotografiert seit mehr als 15 Jahren und hat eine umfassende Expertise in der Landschafts-, Natur- und Astrofotografie. Als Autor ist Florian spezialisiert auf detaillierte Produktvorstellungen, tiefgehende Testberichte und umfassende Ratgeber rund um die Fotografie.