Tamron 35-100mm f2.8 Di III VXD im Praxistest
Kompaktes f2.8 Zoom für Street, Portrait und Reportage
Mit dem Tamron 35-100mm f2.8 Di III VXD bringt Tamron ein Zoom auf den Markt, das sich ganz klar positioniert. Es will kein klassisches 24-70mm ersetzen. Und es will auch nicht das große 70-200mm sein. Stattdessen konzentriert es sich auf genau den Bereich, den viele Fotografen und Fotografinnen im Alltag ohnehin am häufigsten nutzen: 35mm bis 100mm.
Damit grenzt sich das Objektiv deutlich vom bekannten Tamron 35-150mm f2-2.8 ab. Dieses erschien für Sony bereits 2021, die Nikon-Version folgte 2023. Optisch stark, aber mit über einem Kilogramm Gewicht und deutlich größerem Gehäuse nicht unbedingt die erste Wahl für unterwegs.
Das neue 35-100mm f2.8 ist die kompaktere Alternative. Mit rund 565g Gewicht bei der Sony-Version und knapp 12cm Länge richtet es sich klar an alle, die ein lichtstarkes Zoom mitnehmen wollen, ohne ständig über Größe und Gewicht nachzudenken. Der Verzicht auf 24mm Weitwinkel ist dabei kein Zufall, sondern Teil des Konzepts. Wer viel Landschaft oder enge Innenräume fotografiert, wird die 24mm vermissen. Wer dagegen überwiegend Portrait, Reportage oder Reise fotografiert, findet hier einen sehr stimmigen Brennweitenbereich.
Technische Daten des Tamron 35-100mm f2.8 Di III VXD
- Bajonett: Sony E & Nikon Z
- Brennweitenbereich: 35–100mm
- Blende: f2.8 – f22
- Blendenlamellen: 9 (abgerundet)
- Linsen / Gruppen: 15 Linsen in 13 Gruppen
- Speziallinsen: 1 XLD, 2 LD, 3 GM
- Autofokus: ja, VXD Linearmotor (Voice-coil eXtreme-torque Drive)
- Naheinstellgrenze:
– 22 cm (35mm)
– 65 cm (100mm) - Filterdurchmesser: 67 mm
- Bildstabilisierung: nein
- Wetterschutz: ja
- Maße:
– 119,2 x 80,6 mm (Sony)
– 121,5 x 80,6 mm (Nikon) - Gewicht:
– 565 g (Sony)
– 575 g (Nikon)
Verarbeitung und Funktionen
Das Tamron 35-100mm f2.8 Di III VXD ist solide verarbeitet und wirkt trotz des vergleichsweise geringen Gewichts stabil. Das Metallbajonett sitzt sauber, das Gehäuse ist feuchtigkeitsresistent abgedichtet und die Frontlinse mit einer Fluor-Vergütung versehen. Für Outdoor-Einsätze bei Regen oder Schnee ist das ein klarer Pluspunkt.
Zoom- und Fokusring laufen gleichmäßig und mit angenehmem Widerstand. Nichts wirkt zu leicht oder schwammig. Gerade beim Zoomen bleibt das Objektiv gut ausbalanciert. Die kompakte Bauweise macht sich hier deutlich bemerkbar.
Eine frei belegbare Funktionstaste sowie ein Custom-Switch sind ebenfalls vorhanden. Über die Tamron Lens Utility lassen sich verschiedene Funktionen konfigurieren, etwa für Fokus-Voreinstellungen oder Video-Anwendungen. Firmware-Updates erfolgen ebenfalls über die Software. Damit ist das Objektiv nicht nur für Fotografie, sondern auch für hybride Nutzer interessant.
Praktisch ist zudem die einheitliche Filtergröße von 67mm. Wer bereits andere Tamron-Objektive nutzt, kann vorhandene Filter oft direkt weiterverwenden.
Ein weiteres Highlight ist die Naheinstellgrenze von 0,22m bei 35mm. Damit sind detailreiche Aufnahmen im Nahbereich problemlos möglich. Der maximale Abbildungsmaßstab von 1:3,3 im Weitwinkel ist für ein lichtstarkes Zoom in dieser Klasse durchaus beachtlich.
Bildqualität
In der Praxis überzeugt das Tamron 35-100mm f2.8 Test vor allem durch eine sehr gute Schärfeleistung bereits bei Offenblende f2.8. Die Bildmitte ist klar und kontrastreich. Bei 35mm zeigen sich die Ecken minimal weicher, was in realen Motiven jedoch kaum ins Gewicht fällt. Ein leichtes Abblenden steigert den Kontrast noch etwas, bringt aber keinen dramatischen Qualitätssprung.
Am Tele-Ende bei 100mm ist die Schärfe bereits bei Offenblende sehr gleichmäßig über das gesamte Bildfeld verteilt. Hier zeigt sich, dass der Portrait-Bereich klar im Fokus der Entwicklung stand.
Das Bokeh wirkt angenehm ruhig und natürlich. Mit neun abgerundeten Blendenlamellen entstehen weiche Hintergrundverläufe. Zwar bietet ein f1.8-Objektiv noch stärkere Freistellung, doch f2.8 ist in der Praxis oft der ausgewogenere Kompromiss zwischen Schärfentiefe und Motivtrennung.
Auch der Autofokus arbeitet schnell und präzise. Der VXD-Linearmotor sorgt für eine zuverlässige Fokussierung, sowohl bei statischen Portraits als auch bei bewegten Motiven. Die Geräuschentwicklung bleibt dabei angenehm gering, was besonders für Video interessant ist.
Insgesamt liefert das Objektiv eine sehr stimmige Kombination aus Auflösung, Kontrast und Bokeh. Gerade im Bereich zwischen 50mm und 100mm spielt es seine Stärken klar aus.